Bad Wildungen: Meisterstücke zeigen handwerkliches Können

Die 28 Meisterstücke standen jetzt im Mittelpunkt der Meisterstückausstellung an der Holzfachschule Bad Wildungen. In der Aula präsentierten die Teilnehmer des aktuellen Meisterkurses ihre selbst entworfenen, geplanten und gefertigten Arbeiten einem breiten Publikum. Höhepunkt der Ausstellung war die Verleihung des Wildunger Designpreises. Begrüßt wurden die angehenden und frischgebackenen Meister, ihre Familien, Freunde und die zahlreichen Besucher von Andrea Belegante, Geschäftsführerin und Schulleiterin der Holzfachschule. Der stellvertretende Schulleiter und Lehrgangsleiter Andreas Bognanni blickte in seinen Grußworten auf die gemeinsame Zeit des Meisterkurses zurück. Besonders hob er den Zusammenhalt innerhalb der Klasse hervor: Neben dem fachlichen Ehrgeiz hätten gegenseitige Unterstützung und ein respektvolles Miteinander den Kurs geprägt.

Für 21 Teilnehmer – darunter zwei Frauen – war das Wochenende zugleich der erfolgreiche Abschluss ihrer Meisterprüfung: Sie hatten am Vortag alle Prüfungsteile abgeschlossen und damit den Meistertitel erreicht. Bei sieben weiteren Teilnehmern stehen noch weitere Prüfungsteile aus. Den ersten Platz beim Wildunger Designpreis belegte Noah Prasuhn aus Extertal mit seiner Tisch-Stuhl-Kombination „Duo in Rüster“. Das Ensemble aus massivem Rüster basiert auf einem besonderen Steckprinzip, das ohne zusätzliche Beschläge auskommt. Die Jury überzeugten neben der Konstruktion der reduzierte Materialeinsatz, die harmonischen Proportionen und die Verbindung von Funktion, Ergonomie und zusätzlichem Stauraum. Die sichtbaren Steckverbindungen sind dabei zugleich ein prägendes Gestaltungselement. Die Jury würdigte insbesondere das Zusammenspiel von Konstruktion, Funktion, Nachhaltigkeit und eigenständiger Gestaltung.

Platz zwei ging an Jonas Möller mit seinem Sideboard „Detente“. Der klare, kubische Korpus in Eichenfurnier trifft auf eine dynamisch gestaltete, mattgraue Front. Besonders die dreidimensionale Oberflächenwirkung und die hohe handwerkliche Präzision überzeugten die Jury. Hochwertige Materialien, sorgfältig ausgearbeitete Details und die Funktionalität des Möbels ergänzen den Entwurf des Jungmeisters aus dem hessischen Großenlüder. Mit dem dritten Preis wurde Anna Krüger aus Homberg (Efze) für ihr Aufbewahrungsmöbel „annalogue“ ausgezeichnet. Das eigens für die analoge Fotografie entworfene Möbel verbindet einen kompakten Korpus mit einem filigranen Holzgestell. Esche, Linoleum und Eiche-Altholz bestimmen die Materialauswahl. Die vertikal gegliederte Front verleiht dem Möbel Leichtigkeit. Praktische Detaillösungen schaffen Platz für die Ausstattung und ermöglichen es zugleich, Fotografien direkt am Möbel zu präsentieren. Die Jury lobte die stimmige Gestaltung, die handwerkliche Qualität und die gelungene Präsentation.

Mit der öffentlichen Ausstellung gibt die Holzfachschule regelmäßig Einblick in die Ergebnisse ihrer Meistervorbereitung. Die 28 Arbeiten zeigten auch in diesem Kurs eine große Bandbreite an Entwürfen, Materialien, Funktionen und konstruktiven Lösungen und machten sichtbar, welche fachlichen und gestalterischen Anforderungen mit der Meisterprüfung im Tischlerhandwerk verbunden sind.

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