Einführung der „Free Slim“-Klappenbeschläge wird pausiert

Häfele und Kesseböhmer haben auf Basis einer wirtschaftlichen Neubewertung entschieden, die weitere Markteinführung der „Free Slim“-Produktfamilie weltweit zu pausieren. Die Unternehmen bewerten Industrialisierung und Markteinführung der „Free Slim“-Produktfamilie neu: Die Markteinführung der Klappenbeschläge „Free Slim“ wird pausiert. Ausschlaggebend sei die derzeit zurückhaltende Investitionsbereitschaft im Markt, wie es in einer Mitteilung dazu heißt.
Der bereits eingeführte „Free Slim Flap“ bleibt laut Kesseböhmer im Markt. Auch Häfele teilte mit, dass der in Deutschland bereits eingeführte „Free Slim Flap“ von dieser Entscheidung unberührt bleibt. Der Markthochlauf für neue Beschlaggenerationen hat sich deutlich verzögert, gestiegene Rohstoff- und Energiekosten verschärfen die Lage.
Produktinnovation gehört seit jeher zur DNA von Kesseböhmer, und „Free Slim“ ist dafür der jüngste Beleg. Gemeinsam mit Häfele hat das Unternehmen einen Klappenbeschlag entwickelt, dessen Kraftspeicher nur acht Millimeter misst und sich vollständig in eine 16 Millimeter starke Seitenwand integrieren lässt. Möglich macht das die patentierte U-Feder, die auf kleinstem Bauraum hohe Kräfte speichert und die Zahl der benötigten Varianten deutlich senkt. Der „Red Dot Award: Product Design 2026“ hat das Ergebnis in der Kategorie „Best of the Best“ ausgezeichnet. An der technischen Reife besteht kein Zweifel.
Die deutsche Möbelindustrie setzte im ersten Halbjahr 2026 rund 2,7 Prozent weniger um als im Vorjahr. Die Küchenmöbelindustrie behauptete sich darin erneut als stabilstes Segment. Das Marktumfeld bleibt insgesamt anspruchsvoll, zusätzlich belastet durch gestiegene Rohstoff- und Energiepreise. Investitionsentscheidungen fallen unter diesen Vorzeichen branchenweit zurückhaltender aus. Für die Einführung einer Premiumneuheit fehlt damit derzeit die wirtschaftliche Grundlage.
„Ein Familienunternehmen denkt langfristig und nachhaltig, nicht in Produktzyklen. Mit ,Free Slim´ haben wir technisch alles erreicht, was wir uns vorgenommen hatten. Eine Innovation trägt sich aber erst, wenn der Markt bereit ist, in sie zu investieren, und diese Bereitschaft ist heute nicht gegeben. Eine richtige Entscheidung von gestern ist deshalb nicht automatisch die richtige von heute. Dieser Schritt fällt uns nicht leicht, ist aber Ausdruck der Verantwortung, die wir für dieses Unternehmen tragen. Was morgen möglich ist, bestimmt der Markt“, betont Oliver Kesseböhmer, CEO der Kesseböhmer Unternehmensgruppe.
„Die Entscheidung folgt unserem Anspruch einer verantwortungsvollen Unternehmensführung. Innovation braucht den Mut zu investieren – genauso braucht es die Konsequenz, Investitionsentscheidungen an veränderten Marktrealitäten und belastbaren wirtschaftlichen Erkenntnissen neu auszurichten. Unsere Ambition bleibt dabei unverändert. Was wir anpassen, sind nicht unsere Ziele, sondern der richtige Zeitpunkt und der richtige Weg, sie wirtschaftlich erfolgreich zu erreichen“, sagt Gregor Riekena, CEO der Häfele Gruppe.
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In der HK 5/26 erwarten Sie neben einer Vorschau auf die Sicam in Pordenone zahlreiche Reportagen und Interviews – unter anderem mit Hanna Hesse von Hesse Lignal, André Dorner und Frank Nolte von Blum sowie Gregor Riekena von Häfele. Außerdem lesen Sie alles über die Ergebnisse des „Expertengipfels Personal“, der in der Lehrfabrik in Löhne stattfand.
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