Die Branche muss ihre Hausaufgaben machen
In China werden derzeit fast 60 neue Spanplatten- und OSB-Werke aus dem Boden gestampft. Allein diese zusätzlichen Kapazitäten sind größer als die des gesamten nordamerikanischen Marktes. Was das für die Branche bedeutet und welche Themen die Möbelindustrie dringend anpacken sollte, um wettbewerbsfähig zu bleiben, erklärt HK-Chefredakteur Markus Schmalz in seinem Editorial. Es ist in der Ausgabe 5/24 am 11. Oktober erschienen. Online können Sie es schon jetzt lesen.

Manchmal hilft ein Blick in die Automobilindustrie, um zu sehen, wie rasant sich Märkte verändern können. In den vergangenen 20 Jahren verdienten deutsche Autohersteller ihr Geld vor allem in China. Inzwischen laufen einheimische Produzenten deutschen Unternehmen den Rang ab. VW, bisher Marktführer im Reich der Mitte, wurde bereits 2023 vom chinesischen Anbieter BYD überholt.
Doch nicht nur das: China überschwemmt auch den europäischen Markt mit einer Vielzahl von Modellen. Vor diesem Hintergrund schrillen in der Möbelindustrie die Alarmglocken, wenn man hört, dass in China derzeit fast 60 neue Spanplatten- und OSB-Werke aus dem Boden gestampft werden. Allein diese zusätzlichen Kapazitäten sind größer als die des gesamten nordamerikanischen Marktes. „Ein Wahnsinn, was da gerade passiert“, meinte vor kurzem ein Branchenkenner.
Nun lassen sich Möbel- und Automobilindustrie nur bedingt vergleichen. So haben die Autohersteller zum Beispiel lange Zeit den Trend zur E-Mobilität verschlafen, bei der die wichtigen Player heute fast alle in Asien sitzen. In der Möbelzuliefer- und Holzbearbeitungsmaschinen-Branche kommen die Technologieführer dagegen nach wie vor aus Deutschland bzw. Europa. Trotzdem müssen die Entscheider jetzt ihre Hausaufgaben machen, wenn sie den Know-how-Vorsprung verteidigen und nicht mit ähnlichen Problemen konfrontiert werden möchten.
Dazu zählt, den verstärkten Wunsch der Endkonsumenten nach nachhaltigen Produkten zu bedienen. Viele Möbelproduzenten haben die Zeichen der Zeit erkannt und ökologisches Handeln zum Maßstab erkoren. Doch das allein wird künftig nicht reichen, denn auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft warten gewaltige Herausforderungen. Diese lassen sich nur im Schulterschluss mit der gesamten Branche bewältigen. Eine Möglichkeit dazu bietet das neue Format „Ligna Circular“, das erstmals im Mai 2025 in Hannover über die Bühne geht. Die HK ist exklusiver Medienpartner von „Ligna Circular“ und wird sowohl im Vorfeld als auch danach ausführlich über das Event berichten.
Bereits im Jahr 2021 haben wir gemeinsam mit Lignum Consulting einen Expertengipfel zum Thema „Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft in der Möbelindustrie“ veranstaltet – und waren damals der Zeit voraus. Am 6. und 7. Februar gibt es in Kupferzell erneut Denkanstöße für die Zukunft. Dann diskutieren hochkarätige Teilnehmer beim HK-Expertengipfel 2025 über Digitalisierung, KI und den Generationswechsel in Unternehmen. Drei Themen, die Möbler dringend anpacken sollten, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
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