TH Rosenheim feierte 100-jähriges Bestehen mit Festakt

Foto: Simon Wagner

Mit einem Festakt als Höhepunkt des Jubiläumsjahres hat die TH Rosenheim ihr 100-jähriges Bestehen gefeiert. Etwa 800 Gäste, darunter Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, waren bei der Veranstaltung im Rosenheimer Kultur- und Kongresszentrum dabei. Sie unternahmen eine lebendige Zeitreise in die Vergangenheit und erhielten einen interessanten Ausblick in die Zukunft der Hochschule. Zudem gab es Gesprächsrunden mit Studierenden und Alumni sowie mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft.

Professor Heinrich Köster, Präsident der TH Rosenheim, spannte in seiner Begrüßung einen Bogen von der Gründung des privaten Holztechnikums im Jahr 1925 bis in die Gegenwart. „Die Geschichte der TH Rosenheim erzählt von visionärer Kraft, von Mut und Erfindergeist“, so Köster. Der Werkstoff Holz habe die Grundlage gelegt für eine Bildungsinstitution, die weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt ist. „Als Anfang der 70er-Jahre die ersten Fachhochschulen in Bayern gegründet wurden, war die FH Rosenheim die kleinste von ihnen. Heute ist die Technische Hochschule Rosenheim eine der wichtigsten Bildungseinrichtungen in Südostbayern mit fast 8.000 Studierenden an vier Standorten“, betonte der Präsident.

In seiner Rede würdigte Köster seine Vorgänger, die mit Weitsicht und Entschlossenheit den Boden für den heutigen Erfolg bereitet hätten. Ebenso dankte er den zahlreichen Partnern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sowie allen Mitarbeitern der Hochschule. „Vor allem aber danke ich den Studenten, die sich für die TH Rosenheim entschieden haben. Ohne sie wären wir nicht das, was wir sind“, sagte Köster.

Mit Blick auf die Zukunft ging er auf den gerade begonnen Neubau des Technologieparks und des Studierendenzentrums am Campus Rosenheim ein. „Das bedeutet für uns einen Quantensprung in der Lehre und Forschung für die Ausbildung der Fachkräfte von morgen. Ein großer Dank geht hier an die Staatsregierung, die für das Bauvorhaben mehr als 300 Millionen Euro aus den Mitteln der Hightech Agenda Bayern bereitstellt.“

Ministerpräsident Markus Söder hob in seiner Rede die Bedeutung der TH Rosenheim in der akademischen Bildungslandschaft hervor. „Sie ist zu einer der wichtigsten Hochschulen in Bayern geworden. Die Entwicklung ist ein Musterbeispiel dafür, was man mit Fleiß, Gestaltungswillen und Innovationskraft erreichen kann“, so der Regierungschef. Der kontinuierliche Aufstieg sei hervorragend gemanagt worden und zeichne sich gerade in der jüngeren Vergangenheit durch ein ausgezeichnetes Zusammenspiel zwischen Hochschule, Politik und Wirtschaft aus.

„Die TH Rosenheim hat ein funktionierendes und ambitioniertes Team, das gerne mit neuen Ideen bei uns in München um die Ecke kommt. Wir wissen dann schon, dass es wieder teuer werden könnte, aber bislang haben wir noch keine Investition bereut“, sagte Söder mit einem Augenzwinkern. Angesichts der Herausforderungen der Zukunft betonte er: „Wir brauchen euren Ideenreichtum und eure Dynamik auch weiterhin. Nehmt den Schwung mit für die nächsten 100 Jahre!“ Nach seinem Auftritt bekam der Ministerpräsident vom Hochschulratsvorsitzenden Klaus Stöttner das erste Exemplar der Chronik überreicht, die anlässlich des 100-jährigen Jubiläums erstellt wurde.

Als Vertreterin des Wissenschaftsministeriums sprach Amtschefin Stephanie Jacobs. Sie griff die Würdigung der Hochschule als „bayerisches Harvard“ auf, die Wissenschaftsminister Markus Blume kürzlich beim Spatenstich für das Bauvorhaben am Campus Rosenheim verwendet hatte. „Das kommt nicht von ungefähr. Die TH Rosenheim ist als Innovationsmotor ein wichtiger Baustein für die Zukunftsstrategie der Staatsregierung im Bereich Wissenschaft. Ihre Hochschule zeichnet sich durch Spitzenlehre, Spitzenforschung und Spitzentransfer aus“, hob Jacobs hervor.

In einer Gesprächsrunde berichteten aktuelle und frühere Studierende von ihrer Zeit an der TH Rosenheim. „Ich habe hier das nötige Rüstzeug bekommen, um in den Familienbetrieb einzusteigen und schließlich die Leitung zu übernehmen“, sagte Unternehmerin Dagmar Fritz-Kramer, Chefin des Fertighausherstellers Baufritz GmbH. Die ehemaligen Studierenden Emma Graupner und Vitus Zenz hoben im Gespräch mit Moderatorin Ursula Heller die vielfältigen Möglichkeiten im Bereich Forschung hervor und verwiesen auch auf die Unterstützung der Hochschule bei der Gründung von Start-Ups.

Für die Politik sprachen Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März, Rosenheims Landrat Otto Lederer und der Vorsitzende des Kuratoriums, Landtagsabgeordneter Daniel Artmann. „Unsere Stadt profitiert von der Hochschule nicht nur durch das vielfältige Bildungsangebot, sondern durch die zahlreichen jungen Leute auch sozial und kulturell“, unterstrich März. Um die Erreichbarkeit zu verbessern, wolle man versuchen, eine direkte Busanbindung vom Bahnhof aus zu ermöglichen. Als Stimme der Wirtschaft äußerte sich Gerald Rhein, ehemaliger Student und Vorsitzender des Seeoner Kreises. Er verwies auf die engen Bande zwischen regionalen Unternehmen und der Hochschule. „Das gehört seit der ersten Stunde zum Erfolgsrezept und ist dadurch in der DNA verankert“, so Rhein.

Zum Abschluss der Veranstaltung erhielt Professor Heinrich Köster eine besondere Auszeichnung der Stadt Rosenheim: Der Oberbürgermeister überreichte ihm die Goldene Bürgermedaille, mit der verdiente Persönlichkeiten geehrt werden. „Sie haben als Präsident mit unermüdlichem Einsatz und großer Leidenschaft die Strahlkraft des Leuchtturms TH Rosenheim verstärkt“, so März.

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