Möbelverbände pochen auf stärkere Impulse für Wohnungsbau

Die deutsche Möbelindustrie appelliert an die Politik, stärkere Impulse zur dringend notwendigen Belebung des Wohnungsbaus zu setzen. Zwar steige die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen seit Jahresbeginn wieder an, die Zahl der Baufertigstellungen entwickele sich jedoch weiterhin rückläufig, stellte Leo Lübke, Präsident des Verbands der Deutschen Möbelindustrie (VDM), jetzt bei der gemeinsamen Mitgliederversammlung des VDM und der Verbände der Deutschen Polster- und Wohnmöbelindustrie in Frankfurt fest. Laut aktueller Prognosen werde sich der negative Trend bei den Baufertigstellungen erst im Jahr 2027 umkehren.

„Einfachere und schnellere Genehmigungsverfahren allein reichen nicht aus, damit mehr Wohnungen gebaut werden“, sagte Lübke. „Zusätzlich müssen die Förderprogramme gebündelt und deutlich attraktiver ausgestaltet werden.“ Weitere Ansätze könnten eine temporäre Absenkung der Grunderwerbsteuer, zusätzliche Sonderabschreibungen für Neubauten und Nachrangdarlehen für Selbstnutzer sein. Der infolge des rückläufigen Wohnungsbaus sinkende Einrichtungsbedarf sei neben dem schwachen Konsumklima und der US-Zollpolitik eine der größten Herausforderungen für die deutsche Möbelindustrie, stellte Lübke fest.

Zu den weiteren Themen zählte die viel diskutierte EU-Entwaldungsverordnung (EUDR). EU-Kommission, Rat und Parlament einigten sich am Donnerstagabend auf eine Überarbeitung und weitere Verschiebung der EUDR bis Ende 2026. Die umfangreichen Nachweispflichten zur Verwendung von relevanten Rohstoffen wie Holz sollen auf den „Erstinverkehrbringer“ begrenzt und die Weitergabe und Sammlung der damit verbundenen Referenznummern nur bis zum ersten weiteren Verarbeiter in der Wertschöpfungskette durchgeführt werden. Das Europäische Parlament muss dieses Verhandlungsergebnis noch in seiner Sitzung am 16. Dezember 2025 bestätigen. „Die Änderungen decken sich mit den Forderungen der gesamten Wertschöpfungskette Holz und Möbel und bedeuten eine echte bürokratische Entlastung für alle weiteren Verwender und Verarbeiter entlang der Produktionskette bis hin zum Möbel“, stellt Verbandsgeschäftsführer Jan Kurth fest.

Darüber hinaus befassten sich die Mitglieder mit den Aktivitäten zur Förderung des Exportgeschäfts. Im kommenden Jahr ist zum fünften Mal in Folge ein deutscher Gemeinschaftsstand auf der wichtigen amerikanischen Küchenmesse KBIS (17. bis 19. Februar 2026 in Orlando) geplant. Zum dritten Mal in Folge wird ein Gemeinschaftsauftritt auf der Londoner Designmesse „Clerkenwell Design Week“ (19. bis 21. Mai 2026) organisiert. In Vorbereitung befinden sich zudem gemeinschaftliche Messeauftritte auf der Index/Hotel-Show (2. bis 4. Juni 2026 in Dubai) und der Küchenmesse CBD (8. bis 11. Juli 2026 in Guangzhou, China) sowie eine erstmalige Geschäftsanbahnungsreise nach Chicago und New York. In einem Gastvortrag erläuterte Philipp Trompeter von der Unternehmensberatung Dr. Wieselhuber & Partner mögliche Einsatzfelder für Künstliche Intelligenz (KI) in der Möbelindustrie. Verwenden lasse sich KI beispielsweise zur Erstellung realitätsnaher Produktvisualisierungen, zur Analyse aktueller Trends, zur Optimierung von Forderungsprozessen und Personalplanung sowie zur Ermittlung von Einsparpotenzialen beim Materialeinkauf. Voraussetzung für erfolgreiche KI-Projekte sei eine hohe Datenqualität.

Zudem berichtete Gastredner Holger Siebert, stellvertretender Vorsitzender des Caravaning Industrie Verbands, von den gemeinsamen Marketinganstrengungen der Mitgliedsunternehmen. Durch zahlreiche Maßnahmen, darunter Fernsehspots, sei in den vergangenen Jahren ein erheblicher Imagegewinn gelungen.

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