Egger Gruppe schließt Geschäftsjahr mit 4,26 Mrd. Euro Umsatz

Das Geschäftsjahr 2025/2026 der Egger Gruppe war von einer schwachen Baukonjunktur, Konsumzurückhaltung und geopolitischen Unsicherheiten geprägt. In diesem Umfeld erzielte Egger einen Umsatz von 4,26 Mrd. EUR (+3,4 % zum Vorjahr). Das EBITDA belief sich auf 541,8 Mio. EUR (+0,1 % zum Vorjahr), und die EBITDA-Marge betrug 12,7 % (Vorjahr: 13,1 %). Gleichzeitig investierte das Familienunternehmen konsequent in seine Zukunft, unter anderem mit dem 200-Mio.-EUR-Ausbau des Werks Markt Bibart (DE) und der Inbetriebnahme des neuen Kraftwerks in St. Johann in Tirol (AT).

„Das Geschäftsjahr 2025/2026 war von sehr unterschiedlichen Marktsignalen geprägt. Nach ersten positiven Anzeichen in einigen Märkten wurde die Hoffnung auf gesamtwirtschaftliche Stabilisierung durch die geopolitischen Spannungen im Frühjahr 2026 wieder deutlich abgeschwächt. In einem Umfeld, das von Unsicherheit und hoher Dynamik geprägt war, konnten wir eine stabile Entwicklung erzielen. Das verdanken wir unseren verlässlichen Partnerschaften und dem großen Einsatz unserer rund 12.000 Mitarbeitenden weltweit. Unsere Stabilität gibt uns den nötigen Handlungsspielraum, um langfristige Ziele und strategische Projekte konsequent zu verfolgen“, betonte Thomas Leissing, Gruppenleitung Finanzen/Verwaltung und Sprecher der Gruppenleitung, bei der Jahrespressekonferenz am Stammsitz in St. Johann in Tirol (AT).

Im Detail erwirtschaftete Egger im Geschäftsjahr 2025/2026 einen gruppenweiten Umsatz von 4.264,7 Mio. EUR (+3,4 % zum Vorjahr). Das EBITDA belief sich auf 541,8 Mio. EUR (+0,1 % zum Vorjahr). Die EBITDA-Marge betrug 12,7 % (Vorjahr: 13,1 %). Die Eigenkapitalquote liegt mit 41,6 % weiterhin auf hohem Niveau. Die Egger Gruppe produzierte im Geschäftsjahr 2025/2026 10,9 Mio. m³ Holzwerkstoffe und Schnittholz(Vorjahr: 10,8 Mio. m3). In den einzelnen Produktbereichen waren die Effekte der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in unterschiedlicher Ausprägung spürbar.

Der Bereich Decorative Products (Produkte für den Möbel- und Innenausbau) erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2025/2026 einen unkonsolidierten Umsatz von 3.794,9 Mio. EUR (+4,0 % zum Vorjahr). Der unkonsolidierte Umsatz im Bereich Building Products (Produkte für den konstruktiven Holzbau und Fußboden) belief sich auf 714,0 Mio. EUR (+1,2 % zum Vorjahr). Ein wichtiger Faktor war dabei die anhaltend schwache Bauwirtschaft, die die Entwicklung für die Bauprodukte und den Fußboden besonders hemmte. Mit Blick auf die Märkte gestaltete sich die Lage am herausforderndsten im deutschsprachigen Raum, der hohen Margen- und Mengendruck, insbesondere bei industriellen Abnehmern, aufweist.

Ein Meilenstein war die Einführung der „Egger Kollektion Dekorativ 26+“. Mit dem weiterentwickelten Kollektionskonzept, dem international harmonisierten Sortiment und der engen Orientierung an Kundenbedürfnissen hat das Familienunternehmen starke Impulse im Möbel- und Innenausbau gesetzt. „Kundenzentrierung bedeutet für uns, unsere Entscheidungen noch konsequenter aus Sicht des Kunden zu denken. Dazu gehören ein hohes Serviceniveau, verlässliche Zusagen, gute Verfügbarkeit und Lösungen, die echten Mehrwert schaffen. Gerade in schwierigen Märkten ist das ein entscheidender Unterschied“, so Michael Egger jun., Gruppenleitung Vertrieb/Marketing.

Lieferperformance steht bei Egger bis 2028 im besonderen strategischen Fokus. Hintergrund sind die steigenden Anforderungen an Termintreue, Transparenz und Flexibilität in einem zunehmend komplexen Marktumfeld. „Unsere Kunden schätzen uns bereits heute als verlässlichen Partner. Genau auf dieser Stärke wollen wir aufbauen und noch besser werden. In einem Marktumfeld, in dem Wachstum nicht selbstverständlich ist, kommt es umso mehr darauf an, wie zuverlässig, planbar und konsistent wir entlang der gesamten Kundenbeziehung agieren“, sagt Frank Bölling, Gruppenleitung Logistik. Trotz der volatilen Marktbedingungen konnte Egger seine Lieferperformance weiter verbessern und sich ambitionierte Ziele für die kommenden Jahre setzen.

Auch in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten setzte Egger seine langfristige Investitionsstrategiekonsequent fort. Im Geschäftsjahr 2025/2026 investierte die Gruppe insgesamt 450,1 Mio. EUR (Vorjahr: 435,0 Mio. EUR). Im Fokus standen die Weiterentwicklung ihrer industriellen Basis, Veredelungskapazitäten, Automatisierung, zukunftsorientierte Energieversorgung und Kreislaufwirtschaft.

Ein zentrales Großprojekt bleibt der Ausbau des Standorts Markt Bibart (DE), in den Egger über einen Zeitraum von drei Jahren insgesamt mehr als 200 Mio. EUR investiert. Mit dem Start von zwei Kurztaktpressen wurde dort im Geschäftsjahr 2025/2026 ein wesentlicher Meilenstein erreicht. Der Standort produziert nun neben Rohspanplatten auch beschichtete dekorative Platten. Parallel dazu wurde die Recyclingholz-Aufbereitungsanlage weiter hochgefahren. Noch bis Ende des Sommers wird auch das neue Hochregallager seinen Betrieb aufnehmen.

„Volatilität ist längst kein kurzfristiges Ausnahmephänomen mehr. Die Entwicklungen bei Kosten für Holz und insbesondere der rapide Anstieg der Kosten unserer chemischen Rohstoffe durch die Auswirkungen des Iran-Konflikts zeigen, wie schnell sich Rahmenbedingungen verändern können. Deshalb stärken wir gezielt die Grundlagen unseres Geschäfts mit einer leistungsfähigen Produktionsinfrastruktur, effizienten Prozessen, mehr Holz aus der Kreislaufwirtschaft und gezielten Investitionen in unsere Standorte“, sagte Hannes Mitterweissacher, Gruppenleitung Technik/Produktion.

Ein weiterer bedeutender Meilenstein war die Inbetriebnahme des neuen Kraftwerks am Stammsitz in St. Johann in Tirol (AT). Die Anlage erzeugte im Mai 2026 erstmals Strom und wird künftig einen wesentlichen Beitrag zur erneuerbaren Energieversorgung des Standorts sowie zur regionalen Fernwärmeversorgung leisten. Die Dekarbonisierung der Energieversorgung der eigenen Werke ist ein wichtiger Hebel in der Umsetzung der Klimastrategiemit dem Ziel Net Zero bis 2050. 71 % des Energieverbrauchs der Egger Gruppe stammen aus erneuerbaren Quellen. 66 % des gruppenweit in den Holzwerkstoffen eingesetzten Holzes sind Recyclingmaterial und Nebenprodukte der Sägeindustrie. Für die Spanplattenproduktion liegt dieser Wert bei 76 % des Holzes. Für Egger gehören Nachhaltigkeit, Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit untrennbar zusammen.

Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben herausfordernd. Die Unsicherheit in den Märkten ist weiterhin hoch, ein breiter konjunktureller Aufschwung ist derzeit nicht erkennbar. „Wir bleiben realistisch. Gleichzeitig wissen wir, dass Egger gut aufgestellt ist, und zwar mit einer starken industriellen Basis, klaren Prioritäten, einer stabilen finanziellen Basis und dem besten Team mit großer Tatkraft. Deshalb konzentrieren wir uns auf das, was wir selbst beeinflussen können: Kundennähe, Servicequalität, Produktivität, Innovationskraft und die Qualität unserer Umsetzung“, so Thomas Leissing abschließend.

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