European HPL Summit 2025 in Marseille mit 80 Teilnehmern

Die europäische High Pressure Laminate (HPL)-Community traf sich jetzt in Marseille zum European HPL Summit 2025, organisiert vom International Committee of the Decorative Laminates Industry (ICDLI). An zwei Tagen kamen rund 80 Teilnehmende aus ganz Europa – darunter Hersteller, Vertreter der Lieferkette und weitere Branchenexperten – zusammen, um die neuesten Entwicklungen in den Bereichen Marktdynamik, Designinnovation und Nachhaltigkeit zu diskutieren.

Der Summit bot ein hochkarätiges Vortragsprogramm mit Speakern führender Unternehmen und Institutionen, das die gesamte Vielfalt des HPL-Sektors widerspiegelte – von Architektur und modularem Bauen bis hin zu Design und nachhaltigen Lösungen. Neben den Fachvorträgen bestätigte der Summit erneut seine besondere Rolle als zentrale Netzwerkplattform für die gesamte europäische HPL-Wertschöpfungskette.

Hersteller, Zulieferer, Designer, Architekten und Kooperationspartner nutzten während der drei Tage jede Gelegenheit, um miteinander in Kontakt zu treten, Ideen auszutauschen und branchenübergreifende Beziehungen zu stärken. Felix Schweizer vom nachhaltigen Stadtplanungsbüro Spacelab eröffnete das Konferenzprogramm mit einem inspirierenden Einblick in grüne Lösungen für öffentliche Gebäude. Er zeigte, wie nachhaltige Designprinzipien und der intelligente Materialeinsatz sowohl Funktionalität als auch Umweltleistung in der modernen Architektur verbessern können.

Carlos Cruz, Ehrenpräsident des ICDLI und Vertreter von Kōzōwood Industries S.A., beleuchtete die Chancen des modularen Bauens und zeigte auf, wie HPL in diese Dynamik integriert werden kann. Matti Rantanen von der European Panel Federation gab wertvolle Einblicke in EU-Regulierung und Lobbyarbeit in Brüssel. Er erläuterte die Bedeutung wissenschaftsbasierter Regulierung für Holzwerkstoffe und wie diese auch in Zukunft in der EU gestützt werden kann.

Volker Irle, Geschäftsführer des Arbeitskreises „Die Moderne Küche“ (AMK), präsentierte aktuelle Trends im Küchendesign und zeigte, wie Funktionalität, Langlebigkeit und Ästhetik zusammenwirken – und warum HPL all diesen Anforderungen hervorragend gerecht wird. In den designorientierten Sessions sprach Ana Maria Plata von Munksjö über aufkommende HPL-Designtrends und betonte, wie Farbe, Emotion und Ausdruck die visuelle Sprache zukünftiger Oberflächen prägen. Anschließend stellte Maximilian Hammerschmidt von Schattdecor das Konzept „Simplify – HPL Design“ vor, das für Klarheit und Kohärenz im Designprozess plädiert, ohne kreative Freiheit und Individualität einzuschränken.

Am zweiten Konferenztag stand die Beziehung zwischen Materialien, Umwelt und menschlichem Wohlbefinden im Mittelpunkt: Jérôme Rütsche und Barbara Schwärzler vom Swiss Center for Design and Health präsentierten Beispiele aus Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Der thematische Bogen spannte sich anschließend von Design zu Unternehmensstrategie: Caroline van de Populiere vom ICDLI-Mitgliedsunternehmen Unilin sprach über nachhaltiges Unternehmertum und zeigte, wie zirkuläre Geschäftsmodelle und verantwortungsvolle Innovation, die das gesamte Unternehmen einschließlich der Belegschaft einbeziehen, langfristigen Wert und Wettbewerbsvorteile schaffen können.

Im ICDLI Market Report gab Markus Höchli, Sprecher der Market Research Group, einen Überblick über aktuelle Marktentwicklungen, regionale Trends und Wachstumsperspektiven für dekorative Oberflächen in Europa – etwa das überproportionale Wachstum von HPL im Möbelsektor. Abschließend standen drei innovative HPL-Produkte im Mittelpunkt des Summits: Claudia Costa vom ICDLI-Mitglied Surforma präsentierte ein Interzum-prämiertes Kompaktlaminat mit elektromagnetischer Abschirmung. In einer gemeinsamen Session stellten Nadia Oukid vom ICDLI-Mitglied Sappi und Philip Haller von Upco Srl innovative und funktionale Oberflächen vor und hoben die Partnerschaft hervor, die beide Unternehmen initiiert haben. Zum Abschluss des Programms kehrte Jérôme Rütsche noch einmal auf die Bühne zurück und präsentierte ein Anwendungsbeispiel des ICDLI-Mitglieds Argolite, das zeigte, wie durchdachte Materialwahl und Designzusammenarbeit zu gesünderen, nachhaltigeren Umgebungen in der Praxis führen können.

Ergänzend zum Konferenzprogramm fand in Marseille auch die ordentliche Mitglieder-versammlung statt, bei der sich zwei neue assoziierte Mitglieder vorstellten: Follmann und Ahlstrom. Follmann ist ein international tätiges Familienunternehmen der Chemiebranche, dessen Kernkompetenz in Spezialchemikalien wie Klebstoffen für dekorative und funktionale Oberflächen und Verbindungen liegt. Ahlstrom ist ein weltweit führendes Unternehmen für faserbasierte Materialien und bietet zunehmend auch innovative und nachhaltige Lösungen für die Holzwerkstoff- und Oberflächenindustrie an. Mit den beiden neuen Mitgliedern zählt das ICDLI nun insgesamt 30 Mitgliedsunternehmen.

„Nirgendwo sonst kommt die europäische HPL-Gemeinschaft in solcher Breite und Tiefe zusammen. Wir sind überzeugt, dass das hier gebündelte Wissen und die innovativen Ansätze den Fortschritt in Material, Design und Umweltleistung in den kommenden Jahren entscheidend vorantreiben werden“, sagte Miguel Nogueira von Surforma, Präsident des ICDLI. „Der ICDLI European HPL Summit hat erneut bewiesen, dass es der Treffpunkt ist, der alle Akteure der HPL-Industrie – von Rohstoffproduzenten bis zu Designvisionären – unter einem Dach vereint.“

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