Exklusiv: Striebig-Geschäftsführer Robert Haas zur Martin-Übernahme

Diese Meldung sorgte für Furore in der Branche: Die Striebig AG kauft 100 Prozent der Anteile der Otto Martin Maschinenbau GmbH & Co. KG. Damit erweitern die Schweizer ihr Portfolio, das bisher ausschließlich aus vertikalen Plattensägen bestand, um Formatkreissägen, Tischfräsen, Hobel- und Schleifmaschinen. „Wir sind überzeugt, dass sich Maschinenhersteller in Zukunft breiter aufstellen müssen, um langfristig wettbewerbsfähig zu sein“, sagte Robert Haas in einem exklusiven Gespräch mit der HK, das auf der Holz-Handwerk in Nürnberg stattfand.

Otto Martin beschäftigt in Ottobeuren aktuell rund 150 Mitarbeiter, bei Striebig in Luzern sind es 75. Der Umsatz der beiden Unternehmen bewegt sich auf einem ähnlichen Niveau. Durch die Übernahme entsteht nun ein Player, der im Vergleich zu großen Wettbewerbern immer noch verhältnismäßig klein, aber im Premium-Segment strategisch extrem gut positioniert ist. „In diesem Segment haben wir mit Striebig und Martin zusammen eine einmalige Stärke. Genau dort müssen wir erfolgreich sein, denn von der Kostenstruktur und unserem Qualitätsanspruch wird das preisgünstige Segment nie ein Thema für uns sein“, so Robert Haas. Laut Haas haben die Mitarbeiter in Ottobeuren sehr positiv auf die Übernahme reagiert: „Striebig ist ein Unternehmen aus der Branche und bietet gute Zukunftsperspektiven. Die Marke Martin bleibt erhalten und wird gezielt weiterentwickelt. Gemeinsam wollen wir etwas aufbauen.“

Im vergangenen Sommer hatten Robert Haas, verantwortlich für Sales, Finance und Service, und Stefan Moor, Leiter der Bereiche Operation und Engineering, die Geschäftsführung bei Striebig übernommen. „Uns wurde schnell klar, dass wir unsere Positionierung weiterentwickeln müssen. Striebig war bisher in einer Nische unterwegs – und diese Nische wächst nicht mehr. Gleichzeitig wurde es zunehmend schwieriger, in neuen Märkten Fuß zu fassen. Deshalb haben wir einen Partner gesucht, mit dem wir gemeinsam wachsen können“, so Haas. Parallel dazu haben die bisherigen Martin-Eigentümer, die aus der Gründerfamilie stammen, entschieden, das Unternehmen zu verkaufen. „Das hat von Anfang an sehr gut gepasst und wir haben gespürt, dass uns ein Zusammenschluss neue Möglichkeiten in Vertrieb, Service und Entwicklung eröffnet.“

Kurzfristig soll nun das Thema Ersatzteilversorgung angegangen werden. „Im ersten Schritt für Deutschland und im zweiten Schritt für den gesamten EU-Raum. Zudem wollen wir an unseren Stützpunkten Schulungen für beide Marken anbieten“, so Haas. Darüber hinaus soll die Service-Organisation zusammengeführt werden, um gemeinsam auftreten und die Händler unterstützen zu können. „Der Endkunde soll einen erstklassigen Service bekommen – egal, wo er sitzt“, so Haas. Neben den etablierten Märkten sieht Haas vor allem Potenzial in Exportmärkten, in denen sowohl Striebig als auch Martin bisher wenig präsent sind. „Dazu gehören zum Beispiel Kanada, Mexiko sowie ausgewählte Länder in Südamerika. Dort wollen wir gezielt Märkte entwickeln und leistungsfähige Vertriebspartner aufbauen.“ Ein ausführliches Interview mit Robert Haas, das kurz vor der Martin-Übernahme stattfand, ist in der HK-Ausgabe 2/26 im März erschienen.

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