Kreislaufwirtschaft: Eggers erster Recycling-Sammelstandort in Italien

Egger übernimmt eigenen Angaben zufolge eine Mehrheitsbeteiligung am italienischen Recyclingunternehmen Cartfer Urbania S.r.l. Der Kaufvertrag wurde jetzt abgeschlossen. Die Egger Gruppe erwerbe 60 Prozent der Anteile am Unternehmen mit Sitz in Urbania (IT), in der Region Marken, im Herzen der italienischen Möbelindustrie, wie es dazu heißt. Damit erhalte das internationale Netzwerk der Recycling-Sammelstandorte, die der Holzwerkstoffhersteller unter dem Namen Egger Timberpak betreibt, erneut Zuwachs. Diese Beteiligung lege den Grundstein für den ersten Recycling-Sammelstandort in Italien. Mit dem Ausbau der gruppenweiten Sammelinfrastruktur und Recyclingholz-Aufbereitung verfolge Egger seine strategischen Ziele, den Anteil von eingesetztem Holz aus Recycling weiter zu erhöhen und die Rohstoffversorgung mit Rückwärtsintegration abzusichern. Die bisherige Eigentümerin des Unternehmens, Sara Burani, werde auch weiterhin in der Geschäftsführung bleiben. Das erfahrene Team von acht Mitarbeitenden werde übernommen. Über den Kaufpreis und weitere Details der Transaktion wurde Stillschweigen vereinbart.

„Italien verfügt über ein ausgezeichnetes Recyclingsystem. Dank der Mehrheitsbeteiligung an Cartfer Urbania und der großen Expertise seiner Belegschaft können wir stark von diesem Wissen profitieren. Unser Spanplattenwerk in Caorso (IT) setzt 100 Prozent Recyclingholz ein. Wir können nun noch besser die wertvolle Ressource Recyclingholz für unsere dortige Produktion zur Verfügung stellen“, bekräftigte Giuseppe Conti, Werksleitung Finanzen/Verwaltung des Werks Caorso, den strategischen Beitrag der Mehrheitsbeteiligung. Cartfer Urbania ist ein seit 2017 existierendes spezialisiertes Recyclingunternehmen. Seit über fünf Jahren beliefert es als Partner auch den italienischen Holzwerkstoffhersteller Saib in Caorso, der seit Dezember 2022 zur Egger Gruppe gehört. Die Zusammenarbeit werde nun weiter intensiviert. Der Standort von Cartfer Urbania biete zudem Raum für künftige Erweiterungsinvestitionen. „Ich bin stolz darauf, dass Cartfer Urbania nun zur Egger Familie gehört. Dieser wichtige Schritt wird es unserem Unternehmen ermöglichen, schneller zu wachsen und den bevorstehenden Herausforderungen mit mehr Sicherheit zu begegnen. Das ist eine große Wachstumschance für uns alle“, kommentierte Sara Burani, Miteigentümerin von Cartfer Urbania, die gegenseitigen Chancen.

Auch die Egger Gruppe verfüge über Erfahrung in der stofflichen Verwertung von Recyclingholz und leiste so einen Beitrag zur Ressourcenschonung, wie es in der Mitteilung weiter heißt. Bereits seit fast 30 Jahren setze das Familienunternehmen Recyclingholz in der Produktion von neuen, hochwertigen Spanplatten ein. Das Material stamme aus entsorgten Gütern wie alten Möbeln, Verpackungsmaterial oder Produktionsresten. Um die Versorgung seiner Werke mit Post-Consumer-Recyclingholz sicherzustellen, setze Egger auf aktive Rückwärtsintegration und betreibe eigene Recycling-Sammelstandorte unter dem Namen Egger Timberpak. An diesen Standorten werde Recyclingholz aus der jeweiligen Region gesammelt, sortiert und für den Transport in die Egger Werke vorzerkleinert. Dort finde die endgültige Aufbereitung mittels spezieller Anlagen statt. Es entstehe ein hochwertiger Plattenwerkstoff aus wiederverwerteten Rohstoffen – ganz im Sinne der Kreislaufwirtschaft.

Egger betreibt Recycling-Sammelstandorte in Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Rumänien, Polen, den USA und nun auch in Italien. Auch in Polen konnte dieses Netzwerk unlängst erweitert werden: Anfang April 2024 nahm Egger einen neuen Timberpak Standort in Danzig (PL) in Betrieb – bereits den zweiten in Polen.

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Aktuelle Ausgaben:

HK 3/26 + Türen-Magazin 2026

In der HK 3/26 erwartet Sie ein großes Italien-Special: HK-Chefredakteur Markus Schmalz ist über den Brenner gereist und hat neben dem zu Egger gehörenden Holzwerkstoffhersteller SAIB den Beschlaghersteller FGV besucht, der 2024 von der Hettich-Gruppe übernommen wurde. Weiterer Schwerpunkt der Ausgabe ist die Möbelkante. Das Supplement „Türen-Magazin“ beleuchtet zudem neueste Entwicklungen aus der Branche.

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