Möbelhersteller Staud: Über 100 Arbeitsplätze bleiben erhalten

Gute Nachrichten für den Möbelhersteller Staud: Das Unternehmen mit Sitz in Bad Saulgau bleibt erhalten und wird von zwei Unternehmern übernommen. Insolvenzverwalter Dr. Dietmar Haffa von Schultze & Braun und die Unternehmer Tobias Fuhrmann und Dr. Karl Spielberger/Soleal Unternehmerkapital AG unterschrieben entsprechende Vereinbarungen, die eine Übernahme mit Wirkung zum 1. März 2025 vorsehen. Der seit 1653 bestehende Traditionsbetrieb und über 100 Arbeitsplätze am Standort Bad Saulgau sind damit gerettet. Die Transaktion steht noch unter üblichen Closingbedingungen. Details dazu wie auch zur Investitionssumme werden von den Vertragsparteien nicht herausgegeben. Der Geschäftsbetrieb bei Staud läuft ohne Einschränkungen weiter. Alle Bestellungen werden vereinbarungsgemäß bearbeitet und ausgeliefert. Neue Bestellungen sind jederzeit möglich und willkommen.
„Für alle Beteiligten war die Übernahme ein riesiger Kraftakt. Nachdem es lange so aussah, als müssten wir mangels einer tragfähigen wirtschaftlichen Lösung den Produktionsbetrieb bei Staud herunterfahren, ist die Einigung mit den Herren Fuhrmann und Spielberger als neue Eigentümer ein großer Erfolg, der uns alle stolz machen kann“, sagt Insolvenzverwalter Dr. Haffa. Zusammen mit seinem Kollegen Holger Blümle war es Dr. Haffa gelungen, den bereits faktisch eingestellten Geschäftsbetrieb nach dem Insolvenzantrag in einem sehr herausfordernden Umfeld aufrechtzuerhalten und damit die Basis für die gelungene Übernahme zu schaffen. „In sehr zeitintensiven Verhandlungen und unter dem zeitlichen Druck des Insolvenzverfahrens haben die Beteiligten eine Lösung gefunden, bei der alle Beteiligten, vor allem Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter, ihren Teil dazu beigetragen haben. Nur durch dieses koordinierte und konstruktive Zusammenspiel war es möglich, die unterschiedlichen Interessen miteinander in Einklang zu bringen und am Ende Staud zu retten. Der Dank gilt allen, die daran mitgewirkt haben“, sagt Blümle.
Ohne Übernahme durch einen Investor hätte Insolvenzverwalter Dr. Haffa den Geschäftsbetrieb einstellen müssen. „Nun ist es uns allerdings gelungen, den notwendigen Stellenabbau auf eine sehr niedrige zweistellige Zahl zu begrenzen. Insgesamt werden über 100 Arbeitsplätze erhalten“, sagt Dr. Haffa. Nach intensiven und herausfordernden, aber letztlich erfolgreichen Verhandlungen wurde der Kaufvertrag zur Übernahme der Martin Staud GmbH unterschrieben. Ab dem 1. März 2025 wird das Unternehmen unter neuer Eigentümerstruktur und bestehender Führung in eine stabile und zukunftsfähige Ausrichtung gehen. Dabei bleibt die traditionsreiche Marke Martin Staud GmbH bestehen, um die Kontinuität zu wahren, das Vertrauen der Kunden zu stärken und die langfristige Marktposition weiter auszubauen.
Die Übernahme der Martin Staud GmbH erfolgt durch zwei erfahrene Unternehmer, die das Unternehmen Staud bereits seit mehr als 15 Jahren kennen: Tobias Fuhrmann, seinerzeit maßgeblich beim Erwerb von Martin Staud durch die Beteiligungsgesellschaft Orlando beteiligt, und Karl Spielberger, Inhaber der Soleal Unternehmerkapital AG. Die Soleal Unternehmerkapital AG ist eine langfristig orientierte Unternehmensgruppe mit derzeit 17 Beteiligungen, die mittelständische Unternehmen bei ihrer Weiterentwicklung unterstützt. Gemeinsam bringen sie nicht nur Kapital und Branchenexpertise, sondern vor allem strategische Expertise und unternehmerische Weitsicht und Leidenschaft mit, um Staud nachhaltig zu stärken.
Tobias Fuhrmann zeigt sich erfreut über den erfolgreichen Übergang: „Staud ist ein herausragendes Unternehmen der deutschen Möbelindustrie, das in den letzten beiden Jahren durch interne Fehler und ein schwieriges Marktumfeld in diese missliche Lage kam. Mich freut es, nach zehn Jahren wieder zurückkehren zu dürfen, um dabei mithelfen zu dürfen, das Unternehmen wieder in ruhiges Fahrwasser zu führen, um es langfristig weiterzuentwickeln.“ Dirk Schmidtmeier, der langjährige Geschäftsführer von Martin Staud, ergänzt: „Ich freue mich, dass uns die Übernahme trotz des aktuell schwierigen wirtschaftlichen Umfelds die Möglichkeit gibt, den Großteil der Belegschaft weiter zu beschäftigen. Das vorhandene Know-how und die Kontinuität in der Belegschaft sind dabei von unschätzbarem Wert für die Neuausrichtung des Unternehmens.“ Auch Karl Spielberger blickt optimistisch nach vorn: „Die Martin Staud GmbH steht für Qualität, Tradition und Innovationskraft. Mit einem starken Führungsteam werden wir an frühere Erfolge anknüpfen und die Marktposition von Staud weiter ausbauen.“
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In der HK 3/26 erwartet Sie ein großes Italien-Special: HK-Chefredakteur Markus Schmalz ist über den Brenner gereist und hat neben dem zu Egger gehörenden Holzwerkstoffhersteller SAIB den Beschlaghersteller FGV besucht, der 2024 von der Hettich-Gruppe übernommen wurde. Weiterer Schwerpunkt der Ausgabe ist die Möbelkante. Das Supplement „Türen-Magazin“ beleuchtet zudem neueste Entwicklungen aus der Branche.
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