Nordamerikanischer Möbelmarkt immer bedeutender

Die deutsche Möbelindustrie etabliert sich immer erfolgreicher auf dem nordamerikanischen Markt. Das wurde in der virtuellen Sitzung des Arbeitskreises Export der Verbände der Möbelindustrie deutlich. „Angesichts der aktuellen Konsumschwäche in Europa spielt der nordamerikanische Möbelmarkt für die deutschen Möbelhersteller eine immer größere Rolle“, stellte VDM-Außenhandelsexperte Alexander Oswald in seiner Begrüßung fest.
Allein in den ersten sieben Monaten dieses Jahres habe die deutsche Möbelindustrie die Ausfuhren in die USA um 5,6 % steigern können, fuhr er fort. „Das bedeutet eine Steigerung auf über 158 Millionen Euro.“ Möbel „Made in Germany“ genießen bei den nordamerikanischen Verbrauchern weiterhin ein hohes Ansehen. So konnte die deutsche Küchenmöbelindustrie ihren Umsatz in den USA in den ersten sieben Monaten 2024 um 18,2 % steigern, die Polstermöbelindustrie immerhin um 14,6 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damit stellen die Vereinigten Staaten den wichtigsten Exportmarkt der deutschen Möbelindustrie außerhalb Europas dar. Aufgrund der großen Bedeutung des Exportgeschäfts – rund ein Drittel der Umsätze werden im Ausland generiert – setzen die Verbände der deutschen Möbelindustrie seit Jahren auf ein umfangreiches Auslandsmesseprogramm. Zum Teil wird dieses vom Bund gefördert.
VDM-Außenhandelsexperte Alexander Oswald gab einen Überblick auf die Messebeteiligungen im laufenden Jahr. Unter Beteiligung der Möbelverbände wurden zwei geförderte Gemeinschaftsstände realisiert: Sowohl auf der Küchenmesse KBIS in Las Vegas als auch bei der Clerkenwell Design Week in London erreichten die „German Pavilions“ Kunden aus aller Welt. Auf diesem Erfolg werde im kommenden Jahr aufgebaut, fuhr Oswald fort.
2025 sind neben Las Vegas (25.-27. Februar) und London (20.-22. Mai) weitere geförderte „German Pavilions“ auf der Index/Hotel Show in Dubai (27.-29. Mai) und auf der Orgatec in Tokio (3.-5. Juni) geplant. „Die Förderung kann von jedem in Deutschland produzierenden Unternehmen in Anspruch genommen werden“, führte Oswald aus. Die Mindest-Teilnehmerzahl eines „German Pavilions“ betrage zehn Aussteller, schon eine Standgröße von neun Quadratmetern sei förderfähig. „Hier bietet sich den Unternehmen eine sehr gute Chance, ihr Exportgeschäft voranzutreiben und dabei die Kosten im Rahmen zu halten“, meinte der Außenhandelsexperte.
Neben den Messen standen auch die gesetzlichen Regeln und Normen für den amerikanischen Markt auf der Agenda des Arbeitskreises. Hierzu gab der TÜV-Rheinland-Experte Stephan Pesch einen umfangreichen Überblick. Er gab auch Hinweise auf Fallstricke und Tipps, wie die Hersteller diese umgehen können. Das Kölner Unternehmen unterhält seit 2020 eine Prüfstelle für Möbel im US-Bundesstaat Michigan. Die Experten waren sich einig, dass nicht nur der stationäre Vertrieb, sondern auch besonders der Online-Handel weiterhin gute Möglichkeiten biete, Umsätze zu generieren. Wie das konkret funktionieren kann, erklärte Referent Justin Oakes von Walmart Marketplace.
Der Arbeitskreis Export wurde 2018 gegründet. Mit seiner Unterstützung wollen die Möbelverbände die Auslandsaktivitäten der Branche nachhaltig stärken. Als Schwerpunktmärkte gelten neben Nordamerika und China auch der Nahe Osten und wichtige europäische Exportmärkte.
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