Sicam-Rückblick (Teil 1): Zahlen und Eindrücke
Eine Messe, die auch in Krisenzeiten funktioniert und der mit Inflation und Konsumzurückhaltung kämpfenden Möbelindustrie wichtige Impulse gibt – das erhoffte sich die Branche von der Sicam 2023. Nachdem die italienische Zulieferschau am Freitagabend zu Ende ging, lässt sich sagen: Die Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen. Besucher von 9.000 Unternehmen reisten nach Pordenone, um sich über Produktneuheiten zu informieren und zu netzwerken. Und damit mehr als in den Vorjahren (2022: 8.000 Unternehmen, 2021: 7.236) und auch mehr als vor der Corona-Pandemie (2019: 8.281). Dabei blieb die Internationalität ungebrochen hoch: Das Fachpublikum kam aus 112 Ländern (2022: 115 Länder, 2021: 92) aus sämtlichen Regionen der Welt. Zum ersten Mal seit vielen Jahren nannten die Veranstalter wieder eine konkrete Besucherzahl: 20.000 Menschen strömten während der vier Messetage in die Hallen. Bei den letzten Ausgaben wurde nur die Zahl der Unternehmen bekanntgegeben. Die starke Resonanz lag sicherlich auch an der bevorstehenden Eurocucina 2024. Für die im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfindende Küchenmesse in Mailand treffen die Möbelhersteller jetzt ihre Kollektions-Entscheidungen.
Über 650 Aussteller (2022: 590 Aussteller; 2021: 542) präsentierten sich in insgesamt zehn Hallen. Damit geht die Sicam 2023 als die größte aller Zeiten in die Geschichtsbücher ein. Erneut war das Messegelände bis auf den letzten Quadratmeter ausgebucht. Das Ausstellerplus wurde durch eine Erweiterung der Halle 5 möglich, mit der eine zusätzliche Fläche von 3.000 m² geschaffen werden konnte. Nahezu alle relevanten Player aus der europäischen Oberflächen-, Werkstoff- und Beschlägeindustrie hatten sich für eine Messeteilnahme entschieden. Einige davon nutzten die Gelegenheit, um mit teilweise vergrößerten Standflächen auf ihre jüngsten Firmen-Zukäufe zu reagieren – wie etwa Egger mit Saib oder Hettich mit FGV. Trotzdem fehlten auch in diesem Jahr einige Branchengrößen wie zum Beispiel Kesseböhmer, Salice, Interprint, Renolit oder Impress. Manche begründeten ihre Entscheidung mit dem aktuellen „Interzum-Jahr“ und kündigten an, 2024 wieder mit dabei sein zu wollen.
Die nächste Sicam findet vom 15. bis 18. Oktober 2024 statt. Dann werden zum ersten Mal personelle Veränderungen beim Veranstalter Exposicam sichtbar werden. Messe-Chef Carlo Giobbi, der die Sicam im Jahr 2008 ins Leben gerufen und zu einer der erfolgreichsten Messen der Möbelzulieferbranche gemacht hat, will das Zepter an seine Kinder Carolina Giobbi und Michele Giobbi übergeben. Beide sind schon seit Jahren mit im Team und kennen die Branche bestens. Dem Vernehmen nach wird sich Carlo Giobbi aber nicht zurückziehen, sondern das Familienunternehmen weiterhin aktiv unterstützen und begleiten.
Der zweite Teil des Sicam-Rückblicks mit Trends und Neuheiten folgt am morgigen Dienstag auf hk-magazin.com
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