Sonae Arauco zeigte bei „Impulsen“ fünf neue Themenwelten

Von links: Rainer Zumholte, Anne Buten und Nerses Fatunz reichen zur Anregung aller Sinne portugiesisches Gebäck und einen Schluck Portwein. Foto und Bericht: Julia Gottschick

Aktuelle Dekor- und Materialtrends sowie Produktneuheiten präsentierte Sonae Arauco Entscheidern aus der Möbel- und Küchenindustrie jetzt bei den „Impulsen 2026“ im Herforder „Clouds“. Mit Managing Director Rainer Zumholte, Sales Manager Industry DACH & Benelux Nerses Fatunz und Design Managerin Anne Buten tauchten Kunden in fünf neue dekorative Welten ein. Ein paralleles Event fand in Spanien für den dortigen Markt statt. Unser Bericht darüber erscheint in der HK 2/26. Auszüge daraus können Sie hier bereits online lesen.

Im sogenannten „Möbelbecken OWL“ wurden die „Impulse“ diesmal zweigeteilt präsentiert. Ende November 2025 empfing Sonae Arauco zunächst große Küchenhersteller, „die ihre Produkt-Entscheidungen immer früh treffen“, wie Rainer Zumholte betonte. Das Feedback sei positiv ausgefallen. Ebenso rege wurde das konzeptionell weiterentwickelte Format, das unter dem Motto „The sensorial edit“ stand, zu Jahresbeginn besucht – und zwar in erster Linie von Produktmanagern und Designern.

Im Fokus stehen traditionell globale Marktthemen, die Industriepartnern Design-Erkenntnisse für ihre kommende Produktstrategie vermitteln. „Highlights der Neuentwicklungen schaffen es, in die globale ,Innovus‘-Kollektion aufgenommen zu werden“, erläuterte der Managing Director. Unterm Strich wolle Sonae Arauco die Lösung für das wertige Geschäft bieten. Zum Geschäftsjahr 2025 befragt, fand Zumholte klare Worte: „Das Ergebnis war bescheiden. Während wir mit dem Jahr nicht zufrieden waren, sind wir mit der dekorativen Entwicklung zufrieden. Wenn der Markt wieder anzieht – und das wird kommen –, wird uns das guttun.“

Futuristisches Ambiente und ausgezeichnetes Catering: Was bei den Kunden ankam, war zum einen die neue Location im Herforder „Clouds“. „Wir haben hier tolles Licht, was man braucht, wenn man sich schöne Dekore anschauen will“, sagte Sales Manager Nerses Fatunz. „Die Location steht für die Weiterentwicklung von Sonae Arauco Deutschland.“ Zum anderen legte das Unternehmen im November gezielt den Schwerpunkt auf Kunden-Bedürfnisse im regionalen Markt. „Das größte Segment hier ist die Küchenmöbelindustrie. Und die lebt im Dekorbereich in erster Linie von Unis“, unterstrich er. „So lag der Fokus zum Jahresende auf einer trendigen, unsere Kollektion ergänzenden Range aus sechs Unis in erdigen Farbtönen, die in Kombination mit unseren Reproduktionsdekoren in Szene gesetzt wurden.“ Besonderes Augenmerk galt zudem den „falschen Unis“ – die über eine Struktur im Druck belebt und aufgewertet werden.

Wie kann man Gerichte und Rezepte mit Farb-Kombinationen verbinden? Auch dieser Frage ging Design Managerin Anne Buten im November nach – eine Herangehensweise, die von der Präsentation des Unternehmens in Südeuropa abgekoppelt war. „Denn Farbe und Unis stehen dort nicht so im Vordergrund“, begründete sie. „In OWL wollten wir vielmehr etwas Besonderes für die Spezialisten in der Küchenindustrie schaffen.“ Etliche gerenderte Küchen-Ideen zeigten daher, wie man Dekore in Szene setzen kann.

Im Frühjahr dagegen erfolgte die Präsentation in Übereinstimmung mit den Designern aus Südeuropa, wo Entwicklungen in Sachen Farbe, Material, Haptik und Gestaltung in fünf neue dekorative Welten eingebettet wurden: „Timeless Calm“ zeigte sich vom norwegischen Fischerdörfchen Sommaroy inspiriert, „Forest Echo“ vom Schwarzwald. Während „Terra Soul“ die Toskana nach Herford holte, versprühte „Coastal Heritage“ das Flair des Stammsitzes von Sonae Arauco – der portugiesischen Stadt Porto. „Warm South“ wiederum erinnerte an Andalusien.

Ziel war es, mit virtuellen Reisen ein Erlebnis zu schaffen. „Diese Welten zeigen, wie regionale Inspirationsquellen – von norwegischer Klarheit über die intensive Naturkulisse des Schwarzwalds bis hin zu mediterraner Wärme – in marktrelevante Designs übersetzt werden können“, verdeutlichte die Design Managerin. Jede Welt verbindet charakteristische Farbpaletten mit authentischen Oberflächenstrukturen und eröffnet neue gestalterische Möglichkeiten für Fronten, Korpusse, Arbeitsflächen und Interior-Akzente.

Gutes Feedback erhielt Sonae Arauco für die Art der Präsentation. Wurde die jeweilige Erlebniswelt doch zunächst mittels Fotos und Videos am Bildschirm eingeführt. Ein paar Schritte weiter konnten die Dekore dann interaktiv und synästhetisch begriffen werden: Inspiriert von Duftölen, Gewürzen, Schinken-Häppchen und einem Schluck Portwein, die alle Sinne ansprachen, durften Kunden ihre eigenen Moodboards zusammenstellen.

Für die Fachpresse hatte Buten zwei Erlebniswelten exemplarisch ausgewählt, die für Erdung und Entschleunigung stehen: „Timeless Calm“ und „Coastal Heritage“. „Menschen suchen heute Räume, die guttun und beruhigen. Unser Design schenkt an dieser Stelle emotionale Geborgenheit und Stabilität,“ betonte sie. In die Entwicklung flossen Trends ein, die die Expertin auf europäischen Messen und Trendschauen – etwa von RAL-Colours – beobachtet hat: das Vorherrschen erdiger Ocker- und Terracotta-Töne im Mix mit kühlem Eisblau. Wie die Pantone Farbe 2026 zeigt, wirkt Weiß ähnlich ruhig und klärend: „Cloud Dancer“ ist ein heller Creme-Ton, fast wie eine leere Leinwand. Sonae Araucos Pendant dazu heißt „Alabaster“.

Los ging´s mit „Timeless Calm“, der Themenwelt rund um das Fischerdorf Sommeroy. „Wir haben das rauchige, nordnorwegische Licht eingefangen und in Dekore umgesetzt“, so Buten. Weil Kunden nicht nur sehen, sondern auch fühlen wollen, wurde mit verschiedenen Texturen gearbeitet: Ein Beispiel dafür ist mit „Matrix“ ein Naturfaser-Dekor, das an Bambus-Strukturen erinnert – dargestellt mit der Textur „NTL“. Gezeigt wurden ein rauchiges Grün („Matrix Thymer“) und ein Pfeffer-Weiß („Matrix White Pepper“): zwei Farbstellungen, die mit dem Uni „Macchiato“, einem Schlamm-Ton, kombiniert wurden.

Der vollständige Beitrag erscheint in der HK 2/26

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