Kooperation treibt den Fortschritt
Striebig gilt weltweit als Synonym für vertikale Plattensägen. Wenn es nach Robert Haas geht, soll das auch so bleiben. Haas ist seit Sommer 2025 Geschäftsführer des Schweizer Maschinenbauers und verantwortlich für Verkauf, Finanzen und Service. Im Interview spricht er über seine Strategien, den Gemeinschaftsstand mit Martin auf der Holz-Handwerk, Wachstumschancen in den Märkten und das Investitionsverhalten deutscher Kunden. Das Interview erscheint in der HK 2/26. Auszüge daraus können Sie schon jetzt online lesen.

Herr Haas, die Holz-Handwerk öffnet bald ihre Tore. Mit welchen Erwartungen reisen Sie nach Nürnberg?
Die Holz-Handwerk ist eine der wichtigsten Plattformen für den direkten Austausch mit unseren Kunden, Partnern, Händlern und natürlich Interessenten. Wir erwarten und hoffen auf ein starkes Publikumsinteresse. Besonders wertvoll ist für mich der persönliche Dialog über aktuelle Marktanforderungen, neue Lösungen und konkrete Anwendungen.
Striebig stellt diesmal gemeinsam mit Martin Maschinenbau aus Ottobeuren aus. Eine Premiere für beide Unternehmen. Welche Zielsetzung verfolgt diese Kooperation?
Wir freuen uns auf diesen gemeinsamen Messeauftritt mit Martin. Für uns ist die Premiere, wie Sie es nennen, ein starkes Signal. Es zeigt den Messebesuchern, dass wir gemeinsam ein erweitertes, gut aufeinander abgestimmtes Lösungsportfolio anbieten können. Bei Striebig sind wir davon überzeugt, dass wir Markt-Herausforderungen gemeinsam mit Premiumherstellern besser und schneller bewältigen können. Solche Partnerschaften ermöglichen es uns, Innovationen zu beschleunigen und dem Markt umfassendere Lösungen anzubieten.
Sie persönlich kommen nicht aus der Holzbearbeitungs- bzw. Maschinenbaubranche. Welche Annahmen über die Marktsituation für vertikale Plattensägen haben sich für Sie aus heutiger Sicht bestätigt? Wo hat Sie die Realität überrascht?
Meine Einschätzung, dass Striebig in einer klar definierten Nische positioniert ist, hat sich bestätigt. Für unsere Kunden sind vor allem kompakte Maschinenkonzepte entscheidend. Sie müssen auch bei begrenzten Platzverhältnissen einen schnellen, präzisen Zuschnitt ermöglichen und einfach zu bedienen sein. Überrascht hat mich die lange Dauer der Marktzyklen und Investitionsentscheidungen. Diese sind stärker von Auslastung, Ersatz und langfristigen Planungen geprägt. Das führt zu längeren Verkaufs- und Erneuerungszyklen.
Was unterscheidet diesen Markt Ihrer Meinung nach von anderen Investitionsgütermärkten?
Vertrauen, Marke und langfristige Investitionssicherheit spielen eine große Rolle. Kunden investieren nicht nur in eine Maschine, sondern in eine Lösung, die oft über Jahrzehnte zuverlässig funktionieren muss. Entsprechend sind Investitionshorizonte lang. Die Innovationsgeschwindigkeit wird weniger durch kurzfristige Trends, sondern durch bewährte, robuste Weiterentwicklungen gekennzeichnet. Besonders prägend für mich ist die emotionale Bindung an unsere Marke. Im direkten Austausch mit Endkunden erlebe ich immer wieder, wie stolz viele Kunden sind, seit Jahren oder sogar Jahrzehnten eine Striebig zu besitzen. Sie berichten von hoher Qualität, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit. Das unterstreicht für mich die Verantwortung, dieses Vertrauen jeden Tag aufs Neue zu rechtfertigen.
Lassen Sie uns die aktuelle Marktentwicklung für vertikale Plattensägen betrachten. Welchen Kriterien sehen Sie sich da gegenüber?
Der Markt für vertikale Plattensägen ist in erster Linie ein reifer Ersatzmarkt. Ein großer Teil der Nachfrage entsteht durch den Ersatz bestehender Maschinen, die über viele Jahre im Einsatz waren. Gleichzeitig gewinnt das Segment etwas an Dynamik durch veränderte Rahmenbedingungen. Insbesondere der Fachkräftemangel verändert die Anforderungen spürbar. Kunden suchen verstärkt nach Lösungen, die mit weniger Personal, geringerer Qualifikation und kürzerer Einarbeitungszeit produktiv betrieben werden können. Daraus ergeben sich höhere Erwartungen an Automatisierung, einfache und geführte Bedienkonzepte sowie Prozesssicherheit. Parallel dazu steigt die Bedeutung von Arbeitssicherheit und Ergonomie kontinuierlich. Diese Faktoren wirken nicht mehr nur als regulatorische Anforderungen, sondern auch als Investitionsargumente, die den Markt über den klassischen Ersatzbedarf hinaus beleben.
Deutschland gilt als technisch anspruchsvoller, aber auch sehr kritischer Markt. Wie erleben Sie das Investitionsverhalten deutscher Kunden?
Der deutsche Markt ist für uns nach wie vor durch sehr hohe technische Ansprüche geprägt. Traditionell investieren viele Kunden in Qualität, Präzision und Sicherheit. Gleichzeitig beobachten wir auch eine Verschiebung hin zu Produktivität, Automatisierung und einfacherer Bedienung. Dies insbesondere vor dem Hintergrund von Fachkräftemangel und steigenden Prozesskosten. Parallel dazu sehen wir eine zunehmende Segmentierung. Einerseits Kunden mit sehr hohen Qualitätsanforderungen, die bereit sind, in hochwertige Lösungen zu investieren. Andererseits wächst ein preissensitives Segment, das primär auf günstige Einstiegslösungen fokussiert ist. Wir positionieren uns im Premium- und Qualitätssegment. Langfristigen Nutzen, Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit gewichten wir höher als den reinen Anschaffungspreis.
Welche Rolle spielt der Wettbewerbsdruck in Deutschland. Sehen Sie einen Preiskampf oder einen Wettbewerb über Leistungsversprechen?
Wettbewerbsdruck ist in Deutschland spürbar. Die Preissensitivität hat in den letzten Jahren zugenommen. Wir erleben den Markt aber nicht primär als reinen Preiskampf. Für einen großen Teil unserer Kunden stehen Qualität, Zuverlässigkeit, Service und langfristige Wirtschaftlichkeit im Vordergrund. Striebig verkauft nicht über den niedrigen Anschaffungspreis. Für uns gilt ein klares Leistungsversprechen: höchste Qualität, Funktionalität, hohe Prozesssicherheit, lange Lebensdauer und ein Service- und Ersatzteilkonzept, das auf viele Jahre ausgelegt ist. Unseren Kunden machen wir die „Total Cost of Ownership“ transparent. So beweisen wir, dass sich hochwertige Lösungen auch bei höherem Einstiegspreis über die Lebensdauer rechnen.
Ist Deutschland für Sie noch Leitmarkt und beeinflusst diese Rolle Ihre Produkt-und Investitionsentscheidungen?
Deutschland ist für uns ein Leitmarkt. Die Anforderungen an Präzision, Prozesssicherheit, Normen, Sicherheit und technische Detaillösungen sind hoch. Entwicklungen, die sich in Deutschland bewähren, haben für uns oft Signalwirkung für andere Märkte. Dies beeinflusst unsere Produkt- und Investitionsentscheidungen: Innovationen, Bedienkonzepte und Sicherheitslösungen werden so ausgelegt, dass sie den hohen Erwartungen des deutschen Marktes gerecht werden. Wir versuchen aber die richtige Balance zu finden: Deutschland als technologischen Taktgeber zu nutzen, ohne dabei spezifische Bedürfnisse und Marktlogiken unserer weiteren Kernmärkte aus dem Blick zu verlieren.
Das vollständige Interview erscheint in der HK 2/26
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