Egger-Werk Unterradlberg liefert künftig Fernwärme für St. Pölten

Foto: EVN – Matejschek

Mit der Unterzeichnung des Wärmeliefervertrags mit der EVN startet ein zukunftsweisendes Energieprojekt: Ab Ende 2027 wird erneuerbare Wärme aus dem Egger-Spanplattenwerk ins Fernwärmenetz von St. Pölten eingespeist. Gemeinsam mit dem Energieversorger EVN und der Stadt St. Pölten realisiert der Holzwerkstoffhersteller in seinem Werk Unterradlberg (AT) ein Projekt zur Modernisierung der Energieversorgung. Egger investiert dafür gezielt in seine Energieinfrastruktur vor Ort. Die positiven Effekte reichen über die Werksgrenzen hinaus: Das Werk wird künftig in die städtische Fernwärmeversorgung eingebunden. Die Projektpartner unterzeichneten jetzt den Wärmeliefervertrag und haben damit offiziell den Startpunkt für dieses zukunftsweisende Projekt gesetzt. Die erste Wärmelieferung ist für Ende 2027 geplant.

„Wir haben in den letzten Jahren in mehreren Stufen massiv in die erneuerbare Energieversorgung in unserem Werk investiert. In zwei Biomassekraftwerken erzeugen wir aus biogenen Brennstoffen erneuerbaren Strom und Wärme für unsere eigenen Prozesse. Wir produzieren in unserem Werk im Normalbetrieb erdgasfrei und liefern schon jetzt Wärme an die umliegenden Unternehmen Egger Getränke und Sunpor Kunststoff GmbH. Wir freuen uns, dass wir nun den nächsten Schritt im Sinne eines umfassend gedachten regionalen Energiekonzepts gehen und schon bald Fernwärme für die Stadt St. Pölten liefern können“, soMartin Wurzl, Egger-Werksleiter Technik/Produktion.

„Seit 2009 beliefern wir die Landeshauptstadt über unsere 30 km lange Transportleitung aus Dürnrohr mit nachhaltiger Abwärme aus der Abfallverwertungsanlage. In diesem Jahr ging zudem unser Biomasseheizkraftwerk in St. Pölten in Betrieb. Mit der heute fixierten Wärmepartnerschaft zur Einspeisung industrieller Wärme setzen wir einen weiteren wichtigen Baustein für eine effiziente, sichere und umweltfreundliche Fernwärmeversorgung der Landeshauptstadt“, erklärt EVN-Vorstandssprecher Stefan Szyszkowitz. 

Im Kern des Investitionsvorhabens steht eine neue Dampfturbine, die im Egger-Werk Unterradlberg Einzug halten wird. Sie wird aus dem Dampf aus dem Biomassekessel 1 eine Leistung von etwa 4,77 Megawatt (MW) Strom für das Egger-Werk erzeugen. Der Eigenstromanteil wird damit auf etwa 87 % steigen. Der entstehende Abdampf wird anschließend für die Fernwärme genutzt. Außerdem wird eine neue Wärmepumpe mit dem Turbinenabdampf der bestehenden Turbine 2 aus dem Biomassekessel 2 Wärme in das Fernwärmenetz speisen. Als Brennstoffe verwertet werden etwa Holzstäube aus der eigenen Produktion, Holzabfälle und biogene Produktionsreststoffe, die nicht mehr stofflich eingesetzt werden können.

In Summe sollen in den Wintermonaten ca. 10 MW Heißwasser in die Fernwärmeleitung geliefert werden, was rund 10 % des Wärmebedarfs der Fernwärmekunden in St. Pölten entspricht. Besonders hervorzuheben ist, dass der zusätzliche Nutzen ohne höheren Brennstoffeinsatz erzielt wird, der Gesamtwirkungsgrad der Energieanlagen kann also deutlich erhöht werden. Ein wesentlicher Vorteil: So kann im Betrieb des Fernwärmenetzes der Einsatz von Erdgas weiter reduziert und durch Wärme aus erneuerbarer Energie ersetzt werden.

Ein Projekt dieser Größenordnung gelingt nur mit guten und strategischen Partnern. In enger Zusammenarbeit mit der EVN und der Stadt St. Pölten wurde ein tragfähiges Energiekonzept erarbeitet. Die Fernwärmeleitung verläuft nahe des Egger-Werks, ein Übergabepunkt wurde bereits vorgesehen. Die EVN übernimmt die Anbindung an das bestehende Netz und errichtet die notwendige Infrastruktur vom Übergabepunkt im Kraftwerk bis zur bestehenden Fernwärmeleitung. Damit wird die erzeugte Wärme effizient in das Versorgungssystem der Stadt integriert. Der Projektzeitplan sieht die erste Wärmelieferung von Egger für das 4. Quartal 2027 vor.

Egger verfolgt eine klar definierte Klimastrategie mit dem Ziel, seine klimawirksamen Treibhausgas‑Emissionen im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen zu senken. Das Unternehmen bekennt sich zum Net Zero Ziel bis 2050. Dafür werden umfassende Maßnahmen umgesetzt, ein Schwerpunkt konzentriert sich auf die Dekarbonisierung der Energieversorgung der eigenen Werke. Die Entwicklung standortspezifischer Energieprojekte ordnet sich in diesen langfristigen Ansatz ein. Das Projektvorhaben in Unterradlberg vereint zahlreiche positive Aspekte in sich: mehr Eigenstrom aus erneuerbaren Quellen im Egger-Werk, keine zusätzlichen Brennstoffbedarfe, effizientere Nutzung vorhandener Energie sowie die Anbindung an das Fernwärmenetz der Stadt St. Pölten. Damit leistet es einen wichtigen Beitrag zur zukunftsfähigen Energieversorgung der Region.

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HK 3/26 + Türen-Magazin 2026

In der HK 3/26 erwartet Sie ein großes Italien-Special: HK-Chefredakteur Markus Schmalz ist über den Brenner gereist und hat neben dem zu Egger gehörenden Holzwerkstoffhersteller SAIB den Beschlaghersteller FGV besucht, der 2024 von der Hettich-Gruppe übernommen wurde. Weiterer Schwerpunkt der Ausgabe ist die Möbelkante. Das Supplement „Türen-Magazin“ beleuchtet zudem neueste Entwicklungen aus der Branche.

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