Kommentar: Investitionen fallen nicht vom Himmel

Wie läuft es aktuell in den Schreiner- und Tischlerbetrieben? Welche Themen brennen der Branche im Vorfeld der Messe Holz-Handwerk in Nürnberg unter den Nägeln? Und wie kann es gelingen, dass Unternehmen wieder stärker in innovative Fertigungstechnik investieren? Mit diesen Fragen beschäftigt sich HK-Chefredakteur Markus Schmalz in seinem Editorial in der Ausgabe 2/24, die am 15. März erscheint. Hier können Sie den Text schon jetzt lesen.
Die Zeiten, als es in der Holzbearbeitung vor allem darum ging, immer mehr Leistung aus Maschinen herauszuholen, sind längst vorbei. Heute müssen sich Möbelhersteller sowie Schreiner und Tischler vorrangig mit Fragen zu Prozessen und Arbeitsabläufen beschäftigen. Wie kann die Maschinenverfügbarkeit erhöht werden? Brauche ich einen Roboter, um das Materialhandling an der Säge zu automatisieren? Wie lassen sich Wertströme in heterogenen Produktionsumgebungen optimieren? Besonders viel Potenzial bietet in diesem Zusammenhang aktuell das Thema Software. Moderne CAD/CAM-, ERP- und MES-Systeme gestalten die Prozesskette effizienter und sicherer – von der Planung über die Konstruktion bis zur Fertigung. Das wird sich auch auf der kommenden Holz-Handwerk widerspiegeln, denn im Gegensatz zu den Maschinenherstellern treten die Software-Spezialisten nahezu vollständig den Weg zu der Nürnberger Messe an. Welche Lösungen die Aussteller – auch aus den anderen Segmenten – im Gepäck haben, lesen Sie in unserem großen Special.
Im Gegensatz zur Industrie läuft es im Holz verarbeitenden Handwerk derzeit noch vergleichsweise gut. Die allgemeine Krisenstimmung machte bisher einen Bogen um das Schreiner- und Tischlergewerbe, wenngleich auch hier die Erwartungshaltung deutlich sinkt. Grundsätzlich sind die Betriebe aber bereit, in innovative Fertigungstechnik zu investieren. Sie informieren sich bei ihren Partnern in der Maschinenindustrie und holen Angebote ein. Viel zu selten folgt auf das Interesse jedoch ein konkreter Auftrag. Zu groß ist momentan die Verunsicherung angesichts hoher Energiepreise, Inflation und politischer Konflikte. Deshalb braucht es jetzt staatliche Fördermaßnahmen, um die Konjunktur anzukurbeln. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) fordert zum Beispiel bessere Abschreibungsmöglichkeiten bei Maschinen-Investitionen. Italien geht hier mit gutem Beispiel voran: Der „Industrie-5.0“-Plan der italienischen Regierung sieht vor, dass Unternehmen beim Kauf einer neuen Maschine (unter bestimmten Voraussetzungen) bis zu 45 Prozent des Preises von der Steuer absetzen können. Zudem müssen dringend der Bürokratie-Dschungel gelichtet und beschäftigungshemmende Regelungen abgebaut werden. Nur so kann es gelingen, dass die Wirtschaft wieder Fahrt aufnimmt und der Aufschwung im zweiten Halbjahr 2024 – wie von einigen Insidern erhofft – Realität wird.
Übrigens: Die HK berichtet ab sofort nicht nur in Print und Online, sondern bietet auch ein neues Videoformat. Zur Holz-Handwerk geht unser Branchensender HK TV an den Start. HK TV versorgt Sie mit spannenden Inhalten und Live-Eindrücken von Messen, Events und Firmenbesuchen.
Das gesamte Redaktionsteam wünscht Ihnen viel Spaß beim Lesen – und demnächst auch beim Zuschauen.
Markus Schmalz, Chefredakteur der HK
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