Küchenmöbelhersteller machen sich für mehr Neubauten stark

Foto: VdDK

Der Verband der Deutschen Küchenmöbelindustrie (VdDK) fordert von der Politik dringend stärkere Impulse zur Belebung des Wohnungsbaus. Bei der Vorstandssitzung, die beim Kooperationspartner Hettich in Kirchlengern stattfand, mahnte VdDK-Vorstandsvorsitzender Stefan Waldenmaier an, die Investitionsbereitschaft und -fähigkeit für den Erwerb von Wohneigentum zu fördern. Angesichts der vorhandenen Sparguthaben der privaten Haushalte müsse etwa über steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten beim Erwerb oder der Ersteinrichtung sowie über die Absenkung der Grunderwerbsteuer ein stärkerer Hebel zur Aktivierung dieses privaten Kapitals gefunden werden.

Neben dem stockenden Neubau mit den negativen Auswirkungen auf den Einrichtungsbedarf sehe sich die deutsche Küchenmöbelindustrie weiteren Herausforderungen gegenüber, stellte Verbandsgeschäftsführer Jan Kurth fest. So trübte sich das Konsumklima für Mai in Folge des Iran-Kriegs wieder deutlich ein. Die Inflationsängste der Verbraucher nehmen laut GfK spürbar zu. Zudem führten die höheren Energiepreise zu einer Verteuerung von diversen Vorprodukten für die Küchenmöbelproduktion, berichtete Kurth. Diese Kostensteigerungen setzten die Branche weiter unter Druck.

Die geopolitischen Spannungen und die handelspolitischen Unsicherheiten aufgrund der US-Zölle belasten die deutsche Wirtschaft, wie Jasmin Gröschl (Allianz SE) und Verena Kuthning (Allianz Trade) in einem Gastvortrag darlegten. In Folge der US- Zollpolitik befänden sich zudem die internationalen Lieferketten im Wandel. Laut amtlicher Statistik erreichte der Umsatz der deutschen Küchenmöbelindustrie im vergangenen Jahr mit rund 5,6 Milliarden Euro annähernd das Vorjahresniveau (minus 0,4 Prozent). Der Umsatzsprung im Januar 2026 von 21 Prozent war nach VdDK-Einschätzung von statistischen Verzerrungen über den Jahreswechsel und dem schwachen Vorjahresniveau geprägt. Im Februar 2026 verzeichnete die Branche ein Umsatzplus von 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Auch wenn sich die Lage der Branche zuletzt stabilisiert habe, blieben mit den konjunkturellen, preislichen und geopolitischen Verwerfungen gewaltige Risiken für die Zukunft, stellte Kurth fest.

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