Renolit produziert Schutzfolie für „Mondscheinkinder“

Das Familienunternehmen Renolit hat jetzt zum vierten Mal eine Tonne eigens entwickelte Gesichtsschutzfolie für XP-Patienten produziert und diese als Sachspende an die deutsche Selbsthilfegruppe XP-Freunde übergeben. Xeroderma pigmentosum (kurz XP) ist eine nicht heilbare Hautkrankheit. Die UV-Strahlen der Sonne sind für XP-Patienten lebensgefährlich, denn sie verursachen Hautkrebs. Weltweit sind rund 1.000 Menschen an XP erkrankt, die meisten davon sind Kinder. Diese sogenannten „Mondscheinkinder“ müssen die Sonne entweder komplett meiden oder sich vollständig vor ihr schützen. Dank der Gesichtsschutzfolie könnten sie auch wieder tagsüber das Haus verlassen, wie aus einer entsprechenden Mitteilung des Unternehmens hervorgeht.

Die Betroffenen hätten sich weltweit in Selbsthilfegruppen organisiert, verfügten mittlerweile über ein gutes Netzwerk und diverse Hilfsmittel, die das Leben mit XP erleichtern. Auch die eigens für die Hautkrankheit entwickelte Folie nutzten XP-Patienten auf der ganzen Welt täglich. Durch diese Gesichtsschutzfolie würden UV-Strahlen abgeblockt. So könnten die Betroffenen auch bei Tageslicht nach draußen gehen und am Leben teilnehmen – Kindergarten- sowie Schulbesuche und Freizeitaktivitäten außer Haus inklusive. „Durch die Folie ist ein Leben im Licht wieder möglich. Die Betroffenen gewinnen ein großes Stück Lebensqualität und sind wieder in die Gesellschaft integriert“, erläutert Alexandra Moser, Sprecherin der deutschsprachigen Selbsthilfegruppe XP-Freunde.

Die eigens für XP-Patienten produzierte Folie habe Renolit bereits zum vierten Mal hergestellt. Im Jahr 2008 kam die Selbsthilfegruppe erstmals auf den Folienhersteller zu. Damals modifizierte das Unternehmen eine bestehende Rezeptur der Folie. Es folgten weitere Produktionen in den Jahren 2011 und 2018. Renolit stellt die Folie in einem Werk in China her. In diesem Jahr hat das Unternehmen sieben Paletten produziert – das ergebe 2.119 Scheiben mit einem Gesamtgewicht von über einer Tonne. Renolit organisiert den Transport von China aus und übernimmt die Kosten, da die Krankenkassen dies ablehnen. Dabei werden vier Paletten zur Selbsthilfegruppe XP-Freunde nach Deutschland und drei Paletten in die USA geliefert. Diese verteilten die Spezialfolie an Betroffene und weitere Selbsthilfegruppen auf der ganzen Welt. XP-Patienten im deutschsprachigen Raum erhalten die Folie entweder auf Anfrage per Post oder auf der jährlichen Tagung der Selbsthilfegruppe.

„Als Familienunternehmen haben wir eine gesellschaftliche Verantwortung. Deshalb stellen wir weltweit allen XP-Patienten unsere Spezialfolie gerne zur Verfügung“, sagt Renolit-Vorstand Sven Behrendt. Mike Holzemer, Initiator des Projekts und Vertriebsleiter für die Geschäftseinheit Protect bei Renolit, ergänzt: „Wir bekommen aus der ganzen Welt Mails. Die Betroffenen senden uns Fotos mit der Gesichtsschutzfolie und bedanken sich. Es ist schön zu lesen und zu sehen, dass wir mit unserer Folie Menschen so helfen können.“

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