Tief abstapeln – hoch profitieren

Die hybriden Homag-Robotersägen der Baureihen „Sawteq S-200“, „S-300“ und „S-400“ erhalten eine wichtige Erweiterung: Zugeschnittene Werkstücke können ab sofort nicht mehr nur auf absenkbaren Hubtischen, sondern auch auf bodentiefen Paletten mit Schonplatte abgelegt werden. Das ist hauptsächlich für kleinere Unternehmen und solche mit begrenzten Platz-Verhältnissen interessant. Die HK hat mit Mathias Groß, Local Product Management bei Homag, über die Neuheit gesprochen. Der Beitrag erscheint in der HK 4/26. Auszüge daraus können Sie hier schon online lesen.

Mathias Groß, Strategic Produkt Management bei Homag, erklärt im Gespräch mit der HK die Vorteile der neuen Lösung. Foto: Homag/Interview: Markus Schmalz

Herr Groß, welche Vorteile ergeben sich durch die neue Möglichkeit, direkt auf bodentiefen Paletten abzustapeln?

Ein entscheidender Vorteil ist die geringere Bauhöhe des Roboters. Dadurch benötigt die Säge weniger Platz, was ideal ist für Betriebe mit begrenzter Hallenhöhe. Da der Roboter in dieser Variante ohne klassischen Sockel auskommt, arbeitet er in flacherer Position. Das erleichtert die Integration in bestehende Produktionsumgebungen. Zugleich reduziert sich der technische Aufwand etwa bei der Hardware, da keine absenkbaren Hubtische mehr erforderlich sind. Das wiederum führt zu niedrigeren Investitionskosten und macht den Einstieg in die Automatisierung selbst bei geringen Zuschnittmengen wirtschaftlich attraktiv.

Für welche Anwendungsfälle würden Sie weiterhin die bisherige Variante, also das Abstapeln auf absenkbaren Hubtischen empfehlen?

Für Kunden, die auf maximale Performance setzen, ist das Abstapeln auf Hubtischen weiterhin die richtige Wahl. Bei der bodentiefen Abstapelung haben wir etwa zehn bis zwölf Prozent weniger Teile-Output. Das ist technisch bedingt nicht anders möglich, weil eine andere Traverse verwendet wird, die auch zwischen den Stapeln abtauchen und dafür auch mal ein Teil erneut greifen muss. Dafür hat diese Lösung die erwähnten Vorteile.

Kommt es häufiger vor, dass Unternehmen aufgrund begrenzter Platzverhältnisse in ihrer Produktion auf eine Robotersäge verzichten müssen?

Ja, das hören wir tatsächlich öfter von Kunden. Wir hatten erst heute wieder ein kleines Branchen-Event, bei dem ein Teilnehmer meinte, dass für ihn aufgrund der Höhe seiner Produktionshalle nur die bodentiefe Abstapelung passt. Bisher mussten wir für solche Kunden alternative Lösungen finden und die Robotersäge zum Beispiel an einer anderen Stelle im Betrieb platzieren. Das ist aber nicht immer optimal. Unsere Weiterentwicklung eröffnet den Kunden nun neue Möglichkeiten.

Warum gehen Sie damit erst jetzt in den Markt? Das Segment der Robotersägen gibt es ja schon eine Weile.

Die Innovation ist aus Kundengesprächen entstanden. Am Anfang stand für uns die effiziente Abstapelung im Fokus. Da sind Hubtische die naheliegendere Lösung. Mit der Zeit haben wir den Abstapel-Algorithmus weiterentwickelt und gleichzeitig festgestellt, dass Kunden, die eine Robotersäge kaufen wollen, nicht immer den maximalen Output benötigen. Dafür gewinnen andere Themen wie die Platzverhältnisse an Bedeutung.

Inwiefern hebt sich die Weiterentwicklung von vergleichbaren Lösungen bei Sägen Ihrer Wettbewerber ab?

Einige Wettbewerber bieten das bodentiefe Abstapeln bei ihren Plattenaufteilsägen ebenfalls an. Sie setzen aber häufig auf eine einfachere Stapelbildung, zum Teil auch mit weniger Abstapelplätzen. Beides führt zu häufigeren Stapelwechseln. Unsere Lösung ist deutlich vorteilhafter für den Kunden, da sie den Materialfluss optimiert und so für eine Zeitersparnis und Fehlerreduktion sorgt.

Wie entwickelt sich allgemein das Segment der Robotersägen bei Homag?

Vor knapp über zehn Jahren hat Homag die erste Robotersäge vorgestellt. Seither hat sich der Produktbereich kontinuierlich weiterentwickelt. Heute vertrauen über 300 Kunden weltweit auf unsere Robotertechnik. Zur Ligna 2025 haben wir mit der „Sawteq S-200 Flex Tec“ unser neuestes Modell vorgestellt, das auch kleineren Betrieben den Einstieg in die Automatisierung ermöglicht. Die Maschine vereint manuelle Flexibilität mit robotergestützter Effizienz. Dank des hybriden Maschinenkonzepts, das von den großen Schwestermodellen „Sawteq S-300 Flex Tec“ und „S-400 Flex Tec“ übernommen wurde, kann der Kunde selbst entscheiden, ob er automatisch oder manuell fertigen will.

Wie gestaltet sich bei kleineren Betrieben im Handwerk die Nachfrage nach Robotersägen?

Es ist erstaunlich, wie viele kleinere Betriebe sich mittlerweile mit dem Thema beschäftigen. Das liegt unter anderem am Personalmangel und hohem Wettbewerbsdruck. Es wird immer schwieriger, Fachkräfte zu finden, deshalb gewinnt die Automatisierung auch bei kleinen Schreinern und Tischlern an Bedeutung. Oft wird eine Robotersäge auch als Aushängeschild genutzt, um potenziellen Mitarbeitern zu signalisieren: „Wenn ihr bei uns arbeitet, habt ihr die neueste Technik.“

Den gesamten Beitrag lesen Sie in der HK 4/26

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HK 4/26

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