Agil bleiben in Krisenzeiten

Die Firma Hobb Holzveredelung hat in eine neue, leistungsstarke Kaschieranlage investiert. Ausgangspunkt ist die jahrelange Kompetenz in der Furnier-, Fixmaß- und Plattenverarbeitung. Diese wird nun durch zusätzliche Möglichkeiten in der industriellen Beschichtung und Veredelung von Plattenwerkstoffen – insbesondere bei der Kaschierung größerer Formate – ergänzt. Das erfuhr die HK von Geschäftsführer Franz Nitsche und Projektmanager Niko Richelmann. Der Bericht erscheint in der HK 5/26. Auszüge daraus können Sie hier schon online lesen.

Von links: Geschäftsführer Franz Nitsche und Projektmanager Niko Richelmann beim Vor-Ort-Besuch der HK in Nordhorn. Foto und Interview: Julia Gottschick

„Im Bereich der Furnier- und Fixmaßfertigung ist Hobb ein alteingesessenes Unternehmen“, erklärt Geschäftsführer Franz Nitsche. Seit über 30 Jahren in der industriellen Holzverarbeitung tätig, verfügt Hobb über mehr als 30.000 m² Produktionsfläche und beschäftigt rund 120 Mitarbeiter. Das Leistungsspektrum hat sich seit der Gründung 1992 um industriellen Plattenzuschnitt, Beschichtung, Verpressung, Kaschierung und weitere Veredelungs- und Systemlösungen erweitert.

„Hobb verarbeitet Echtholz-Furniere, Holzwerkstoff-Platten und Beschichtungsmaterialien – und das in großem Stil“, führt Nitsche aus. Kunden stammen aus der Möbel-, Küchen-, Türen- und Fußbodenindustrie und dem Objekt- und Innenausbau. Hinzu kommen Anwendungen für den Laden- und Messebau, die Caravan-Industrie sowie weitere industrielle Verarbeiter. Ein Fokus liegt auf kundenspezifischen Lösungen, die sich direkt und prozesssicher in die industrielle Weiterverarbeitung der Kunden integrieren lassen.

Da Hobb so breit aufgestellt ist, liegt eine Frage nahe: Welche Branchen laufen besonders gut? „Unser Vorteil ist, dass alle Bereiche vom Anteil her fast gleich groß sind“, sagt Franz Nitsche. Tatsächlich machen das klassische Möbel-, das Fußboden-, das Objekt- und das Zimmertüren-Geschäft je ca. 20 Prozent aus. „Darüber hinaus haben wir Spezialitäten aus dem Akustik-Segment im Angebot.“

In punkto Möbel bedient Hobb vor allem den skandinavischen und baltischen Markt – schwedische und dänische Marken, die ihre Möbel in lettischen Fabriken produzieren. Damit lässt sich Wachstum generieren. Nicht von ungefähr liegt der Export-Anteil bei 41 Prozent. Und der Möbelmarkt in Deutschland? „Natürlich spielt auch der eine Rolle, ist aber rückläufig“, stellt der Geschäftsführer klar. „Wir glauben nicht, dass die Möbelindustrie hierzulande in absehbarer Zeit wieder anziehen wird. Sollte das passieren, haben wir sowohl die Anlagen als auch die Kompetenzen, um das zu bedienen.“

Derzeit aber sieht es nicht danach aus: Während Nitsche die wirtschaftliche Situation von Hobb als „stabil“ bezeichnet, ist die generelle Marktlage alles andere als das. „Von daher hängt für Unternehmen gerade viel davon ab, wie agil sie sind“, ist er überzeugt. Mit ein Grund, warum die Experten in Sachen Holzveredelung jüngst eine neue, leistungsstarke Kaschieranlage gekauft haben. Kostenpunkt? „Siebenstellig.“

Die Intention war, die eigenen Möglichkeiten in industrieller Beschichtung und Veredelung von Plattenwerkstoffen auszubauen. „Mit der Anlage können wir nun Großformate mit allen gängigen Folien und Beschichtungsmaterialien von der Rolle kaschieren“, umreißt der Geschäftsführer. Insbesondere die Verarbeitung von Halbformaten bis zu einer Breite von 2.200 mm erweitert das Spektrum. So könnten zusätzliche Material- und Formatkombinationen in der eigenen Fertigung abgebildet und weitere Bearbeitungsschritte in Produktionsabläufe integriert werden.

„Für Hobb steht weniger eine einzelne Maschine als vielmehr die Erweiterung der gesamten Prozesskette im Vordergrund: vom Material und Zuschnitt über die Beschichtung bis hin zum weiterverarbeitungsfähigen Plattenmaterial,“ erläutert auch Projektmanager Niko Richelmann. Wolle man Kunden doch grade bei anspruchsvollen und größeren Serien eine reproduzierbare Qualität, hohe Formatflexibilität und wirtschaftliche Fertigung bieten.

Ihren Platz fand die 60 Meter lange Anlage in einem kompletten Hallenschiff. „Wir haben es speziell dafür hergerichtet“, erinnert sich Geschäftsführer Franz Nitsche. Ein geschlossener Fertigungsprozess: „Die Halbformatplatten, die hier ankommen, werden beschichtet und gehen danach entweder zum Kunden oder nach Bad Bentheim zum Werk, um weiter zugeschnitten zu werden.“

Ausgelegt für die einseitige Kaschierung von Platten, kann die Anlage unterschiedlichste Trägermaterialien und Beschichtungen verarbeiten. „Wir fahren sowohl Fußboden-Produkte als auch großformatige Platten für den Möbel- und Innenausbau sowie für Türenhersteller“, verdeutlicht Frank Schauneweg, Produktionsleiter im Fixmaß-Bereich bei Hobb. Möglich sind Produktlängen von ca. 1.300 bis 2.600 mm und Materialstärken zwischen 2,5 und 22 mm.

Ob verschiedenste Dekore oder Materialien für den Fußboden-Bereich, die für reduzierten Trittschalls sorgen: Standard in der Folienrollen-Herstellung sind Rollen von 1.200 bis 2.220 mm Breite – so auch hier. Doch auch andere Produktabmessungen können abhängig von Material und Anwendung geprüft werden. Mit einer Produktionsgeschwindigkeit von bis zu 25 m/min ist die Anlage stark in der Leistung. „Damit stellt sie das Maximum dar, was diesbezüglich gerade zu kaufen ist“, bringt es Franz Nitsche auf den Punkt.

Innerhalb der durchgängigen, verketteten Fertigungslinie läuft alles automatisiert ab. So verfügt die Kaschieranlage über eine Strecken-Steuerung. An zentralen Punkten stehen Rechner, auf denen aktuelle Visualisierungen zu sehen sind. Ob Stapelhöhe, Durchlaufzeit, Vorschub, Drücke oder Leimauftrag: Je nach Produkt werden hier Einstellungen festgelegt. Auch auf Fehlermeldungen können die Bediener – drei bis vier arbeiten an der Anlage – zeitnah reagieren. „Los geht´s an der Beschick-Station, wo die Platten mit dem Stapler aufgesetzt werden“, erläutert Frank Schauneweg den Ablauf. „Über ein Doppelportal werden die Träger-Platten dann der Maschine zugeführt und vereinzelt.“

Den gesamten Beitrag lesen Sie in der HK 5/26

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