Die Küche als Gesundheitscoach

KI und Sensorik könnten künftig neue Funktionen in die Küche bringen – von der automatischen Ernährungserfassung bis hin zu personalisierten Rezepten und digitalen Services. Das Startup Aurora Nutrio verfügt bereits über eine marktreife Technologie und sucht nun Partner in der Küchenindustrie. Für Hersteller eröffnet das Chancen zur Differenzierung und möglicherweise sogar zusätzliche Geschäftsmodelle. Philo Boras, einer der beiden Gründer von „Nutrio“, und Branchenexperte Detlef Wachendorf, der das Startup beim Aufbau von Kontakten unterstützt, erklären, wie das System funktioniert und welches Potenzial darin steckt. Das Interview erscheint in der HK 5/26. Auszüge daraus können Sie hier schon online lesen.

Philo Boras (links) hat gemeinsam mit Jonathan Oberthür das Startup Aurora Nutrio gegründet. Detlef Wachendorf (rechts) unterstützt die Beiden mit seinem Netzwerk in der Möbelindustrie. Foto: Aurora Life Science/Interview: Markus Schmalz

Herr Boras, können Sie uns zunächst kurz erklären, wie „Nutrio“ genau funktioniert?

Boras: „Nutrio“ besteht aus einer App und einem smarten Schneidebrett, das Lebensmittel automatisch erkennt, aufs Gramm genau wiegt und trackt. Alle Daten und Portionen fließen in die App, die die Nährwerte in Echtzeit analysiert. Basis dafür ist ein KI-basiertes System, das im Hintergrund arbeitet. Dieser Dreiklang ermöglicht es dem Nutzer, seine Ernährung zu verstehen und sie alltagstauglich zu verbessern. Viele Menschen haben keine Lust, zum Ernährungsberater zu gehen, möchten aber trotzdem etwas für ihre Gesundheit tun. „Nutrio“ verbindet menschliche Bedürfnisse mit technischer Innovation.

Auf dem Markt gibt es bereits zahlreiche Apps für gesunde Ernährung. Was hat „Nutrio“, was andere nicht haben?

Boras: Mit „Nutrio“ haben die Anwender wenig Aufwand. Andere Apps verlangen zum Beispiel manuelles, zeitraubendes und repetitives Eintippen. Daran scheitern nach unseren Untersuchungen 84 Prozent der Nutzer und brechen ab. Zu „Nutrio“ liefern wir verlässliche Daten statt Schätzungen. So sparen wir acht bis zehn Stunden im Monat und halten die Abbruchquote unter 10 Prozent.

Gibt es Wettbewerber, die die Marktlücke erkannt haben und ebenfalls alltagstaugliche Lösungen anbieten?

Boras: Es gibt seit kurzem ein paar Unternehmen, die versuchen, etwas Ähnliches zu entwickeln wie wir. Deren Systeme sind aber anders aufgebaut und in Sachen Alltagstauglichkeit bei weitem nicht so ausgereift. Deshalb glaube ich nicht, dass sie sich am Markt durchsetzen werden.

Sie suchen aktuell Partner in der Küchenmöbelindustrie. Welches Feedback haben Sie bisher aus der Branche bekommen, Herr Wachendorf?

Wachendorf: Vor zwei Jahren gab es einen ersten Kontakt zu einem Küchenhersteller. Damals haben Philo Boras und Jonathan Oberthür (Anm: Zweiter Gründer von Aurora Nutrio) das System bei einer Hausmesse präsentiert. Allgemein ist die Resonanz sehr gut. Bei unseren Gesprächen mit der Küchenindustrie stellen wir aber fest, dass häufig noch das Verständnis für die konkrete Anwendung fehlt. Manche denken, es handle sich um ein Gerät, das man auf die Arbeitsplatte stellt.

Boras: Dabei ist unser Ansatz für die Küchenmöbelindustrie ein völlig anderer. Wir liefern den Herstellern kein Schneidebrett, sondern eine Intelligenzschicht. Die Unternehmen können dann frei entscheiden, wie und wo sie die einzelnen Komponenten einbauen wollen. Die Waage kann zum Beispiel in die Arbeitsplatte integriert, das Display unter dem Hängeschrank platziert oder die Kamera an der Dunstabzugshaube befestigt werden. Natürlich sind noch viele weitere Varianten und Ausbaustufen möglich.

Den gesamten Beitrag lesen Sie in der HK 5/26

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