Der Kunde steht im Mittelpunkt
Als Teil der Würth-Gruppe verfügt Grass über Möglichkeiten, die andere Beschlägehersteller nicht haben. „Das ist für uns ein klarer Wettbewerbsvorteil“, findet Ercan Bal, seit einem Jahr Geschäftsführer Vertrieb & Marketing bei dem österreichischen Unternehmen. Im Exklusiv-Interview erläutert Bal, wie sich die Zusammenarbeit mit der Mutterfirma gestaltet, was seine strategischen Ziele mit Grass sind, wo trotz Konsumzurückhaltung investiert wird und was er für das Jahr 2026 erwartet. Das Interview erscheint in der HK 5/25. Auszüge daraus können Sie schon jetzt online lesen.

Herr Bal, in der Geschäftsführung von Grass hat es einige Veränderungen gegeben. Können Sie kurz erklären, welche personellen Weichen gestellt wurden und warum dies passiert ist?
Mit der Neuformierung der Geschäftsführung im Mai 2025 haben wir Grass bewusst breiter aufgestellt. Das zeigt bereits Wirkung: Wir erleben mehr Dynamik in den Projekten unserer Fachbereiche, Entscheidungen fallen schneller und die Kommunikation über Abteilungen hinweg ist deutlich vernetzter. Diese Struktur gibt uns die Kraft, Themen mit Fokus und Tempo umzusetzen. Gleichzeitig können wir kundenspezifische Anforderungen und Schnittstellenthemen – etwa zwischen Entwicklung und Umsetzung – heute gezielter bearbeiten. Das führt zu schnellen greifbaren Ergebnissen für unsere Kunden.
Sie sind jetzt seit rund einem Jahr Geschäftsführer für Vertrieb und Marketing bei Grass. Wie beurteilen Sie diese Zeit rückblickend und was waren bisher die Schwerpunkte Ihrer Arbeit?
Es war ein intensives Jahr. Für mich persönlich das Spannendste waren die unzähligen Kundenworkshops, die wir über unseren neuen Bereich „Customer Management“ gestartet haben. Dort haben wir die Erwartungen entlang der gesamten Customer Journey analysiert. Dieser enge Austausch mit unseren Kunden hat nicht nur wertvolle Erkenntnisse gebracht, sondern auch viel Energie und Begeisterung in die Organisation getragen. Wir haben dabei nicht nur Ideen gesammelt, sondern auch intern eine Dynamik ausgelöst. Fachbereiche arbeiten jetzt enger zusammen, um Kundenerwartungen schnell zu bewerten und priorisiert umzusetzen. Für mich ist das ein echtes Highlight.
Zu Beginn Ihrer Tätigkeit sagten Sie, dass Sie die internationale Marktpräsenz von Grass weiter ausbauen und neue Absatzmärkte erschließen möchten. Auf welchen Regionen lag und liegt dabei der Fokus?
Europa und die USA sind nach wie vor unsere Kernmärkte. In den USA investieren wir gezielt, unter anderem durch den Ausbau unseres Produktionsstandorts. Parallel treiben wir die Internationalisierung über lokale Partner, Distributoren und marktspezifische Lösungen voran. Damit gleichen wir regionale Schwankungen besser aus und sichern die Nähe zum Kunden – egal in welchem Markt. In den USA verfolgen wir aktuell ein spannendes Projekt, dass den Standort unabhängiger und krisensi-cherer machen wird. Dazu werden wir in Kürze mehr Details bekannt geben können.
Wie entwickelt sich der deutsche Möbelmarkt aus Sicht von Grass?
Deutschland ist für uns unverändert ein Schlüsselland, auch wenn die aktuelle Marktsituation schwierig ist: Konsumzurückhaltung, schwacher Wohnungsbau und hohe Zinsen bremsen. Selbst die Küche, traditionell stabiler, spürt Rückgänge. Trotzdem bin ich überzeugt, dass nach dieser Phase eine Belebung kommt – und dann haben wir die richtigen Lösungen, um mit voller Kraft präsent zu sein. Unsere enge Zusammenarbeit mit Handel und Industriepartnern verschafft uns dabei eine gute Ausgangslage.
Die Konsumzurückhaltung hat auch die Möbelzulieferer-Branche hart getroffen. Was erwarten Sie für das zweite Halbjahr 2025 und für 2026?
Ja, die Kaufzurückhaltung spüren wir deutlich: Viele Konsumenten investieren derzeit eher in Freizeit als ins Wohnen. Aber wir sehen klare Signale für eine Belebung: Im Juni 2025 haben wir mit der Adolf Würth KG in Deutschland die „Vionaro V8“ im Handwerk eingeführt – inklusive eines attraktiven Handwerkspakets. Über Würth ist „Vionaro V8“ als Fertigschubkastensystem in drei Farben und allen Längen- und Höhenvarianten verfügbar. Für Juli 2026 planen wir zudem den interna-tionalen Marktstart unseres neuen Unterflurführungssystems „Dynaneo“. Solche Produkte geben uns Vertrauen, dass 2026 eine Erholung einsetzt – und Grass davon profitieren wird. Die Öffnung hin zum Handwerk erschließt uns neue Kundensegmente und erweitert unsere Basis über die Industrie hinaus.
Wohin wollen Sie Grass langfristig führen? Was sind Ihre strategischen Ziele?
Mein Ziel ist klar: Grass als führenden Partner für innovative Bewegungs-Systeme weiterzuentwickeln. Innovation heißt für uns nicht Ef-fekthascherei, sondern gezielte Weiterentwicklung mit echtem Kundennutzen. Entscheidend bleiben differenzierendes Design, höchste Qualität und Nachhaltigkeit – und das so, dass unsere Partner im Alltag spürbar profitieren. Mir ist wichtig, dass sich jede Neuerung für unsere Kunden unmittelbar auszahlt – sei es durch einfachere Verarbeitung, höhere Effizienz oder mehr Gestaltungsspielraum.
Das vollständige Interview erscheint in der HK 5/25
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