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Wo steht der italienische Beschlaghersteller FGV zwei Jahre nach der Übernahme durch Hettich? Das weiß keiner besser als Uwe Kreidel. Seit 2024 führt der gebürtige Bielefelder das Unternehmen als CEO. Die HK besuchte Kreidel am FGV-Sitz in Veduggio und erfuhr, was sich seit der Integration in die Hettich-Gruppe alles getan hat. Dabei wurde deutlich, wie gut sich die beiden Marken mit ihren jeweiligen Stärken ergänzen. Der Beitrag erscheint in der HK 3/26. Auszüge daraus können Sie schon jetzt online lesen.

Uwe Kreidel, CEO von FGV, blickt trotz angespannter Marktsituation optimistisch in die Zukunft. Foto und Bericht: Markus Schmalz

Die Brianza gilt als wirtschaftsstärkste Region Italiens. Hier sitzen einige der wichtigsten Möbelhersteller des Landes wie B&B Italia, Riva 1920 oder Cassina. Zusammen mit Venetien, wo alljährlich die Sicam stattfindet, sowie kleineren Clustern in den Marken und Apulien bildet der Landstrich nördlich von Mailand das Zentrum der italienischen Möbel- und Zulieferindustrie. Seit 1947 hat auch das Unternehmen Formenti & Giovenzana (FGV) hier sein Headquarter.

FGV gehörte bis zur Hettich-Übernahme den Brüdern Renato, Giancarlo und Fausto Formenti. Kleinere Anteile besaß die Familie Giovenzana. Im Zuge der Akquisition übernahm Hettich Anfang 2024 schließlich 100 Prozent der Firma. „Die früheren Eigentümer hatten sich entschieden, an ein Familienunternehmen zu verkaufen“, sagt Uwe Kreidel. Das war nicht selbstverständlich, denn wenige Jahre zuvor wurde der italienische Wettbewerber Salice, der nur 15 Kilometer entfernt sitzt, vom Private-Equity-Investor Cobepa geschluckt. „Das wurde in der Branche intensiv diskutiert“, erinnert sich Kreidel.

Im Verkaufsprozess gab es verschiedene Interessenten aus unterschiedlichen Bereichen. „Überzeugt haben die Familie Formenti vor allem die langfristige Perspektive und der gute Draht zu Hettich“, sagt Kreidel. In den Gesprächen sei schnell eine gemeinsame Basis gefunden worden, zumal sich die beiden Marken hervorragend ergänzen.

Während Hettich mit Lösungen und Innovationen zukunftsweisende Raumgestaltung ermöglicht, steht FGV für wirtschaftliche und funktional zuverlässige Beschlaglösungen im volumenstarken Einstiegs- und Mittelsegment. „Da sich die Portfolios nur in geringem Maße überschneiden, ist die Mehrmarkenstrategie für uns der richtige Ansatz, um die unterschiedlichen Anforderungen unserer Kunden mit passenden Lösungen bestmöglich abzudecken“, so Kreidel. Schon vor der Übernahme gab es einzelne gemeinsame Kunden, ohne dass man sich als direkte Wettbewerber begegnet ist. „Die Kunden fanden bei beiden Unternehmen die passenden Produkte für ihre Sortimente.“

Seit dem Einstieg von Hettich vor zwei Jahren ist Uwe Kreidel CEO von FGV. Der Ostwestfale bringt mehr als 30 Jahre Branchen-Erfahrung mit. Den italienischen Markt kennt er unter anderem aus seiner Zeit als Regional Director für Hettich Italia. „In Italien ist es wichtig, bei den Menschen vor Ort zu sein. Man muss den Spirit der Mitarbeiter und Kunden fühlen. Deshalb kam es für mich nicht in Frage, zu pendeln“, berichtet Kreidel, der am 9. Januar 2024 seine Koffer packte und nach Veduggio zog. „Wir sind hier sehr herzlich aufgenommen worden. Meine Frau spricht fließend italienisch, das hat natürlich alles ein bisschen einfacher gemacht.“

Neben seiner Tätigkeit bei FGV übernimmt Kreidel auch Aufgaben in der Hettich Holding. Auf Gruppenebene leitet er das „Global Key Account Retail“-Geschäft, ist also zuständig für die Ikeas und Kingfishers dieser Welt. Parallel dazu verantwortet er für die Gruppe als Gesellschafter-Vertreter verschiedene Märkte. Dazu gehören Nord- und Westeuropa, Israel und Brasilien.

„In Brasilien ist FGV Marktführer“, weiß Kreidel. In Curitiba befindet sich auch eines der beiden Auslandswerke des Unternehmens. Das andere steht in China, wo auch Hettich produziert. „Wir prüfen kontinuierlich die optimale Aufstellung unseres Produktionsnetzwerks. Dabei stellt Hettich in China ganz andere Produkte her als FGV.“

In Italien verfügt man neben dem Hauptsitz in Veduggio über weitere Produktionsstandorte bei Tochterfirmen. Manuex in Quaregna (bei Biella) fertigt Schubladensysteme vor allem für Ikea. Compagnucci in Santa Maria Nuova (bei Ancona) hat sich auf Möbelkomponenten und Zubehör für Küchen und Schränke spezialisiert. „Das Thema Schrankinnenausstattung, das Hettich auf der Interzum 2025 vorgestellt hat, ist ein gutes Beispiel für die enge Zusammenarbeit innerhalb des Hettich Networks“, so Kreidel. Ein neues Geschäftsfeld, das aus der Bündelung von Kompetenzen und dem intensiven Austausch innerhalb der Gruppe entstanden ist.

Im Service-Bereich unterhält man Niederlassungen in Pordenone und Chiaravalle. „FGV Service Veneto“ in Pordenone wurde 2008 gegründet und hat sich als führender Anbieter für Verpackungen von Beschlägen und Möbel-Hardware etabliert. „Gerade Beutel-Verpackungen sind bei Kunden in der Region sehr gefragt“, erklärt Kreidel.

Der vollständige Beitrag erscheint in der HK 3/26

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