Möbelindustrie: Umsatz liegt um 3 Prozent unter Vorjahr

Die deutsche Möbelindustrie leidet weiterhin unter dem eingetrübten Konsumklima in Deutschland. Im ersten Quartal dieses Jahres setzte die Branche laut amtlicher Statistik rund 3,8 Milliarden Euro um, ein Minus von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Während im Ausland ein kleiner Zuwachs von 0,3 Prozent auf rund 1,3 Milliarden Euro gelang, gab der Umsatz auf dem Heimatmarkt um 4,7 Prozent auf rund 2,5 Milliarden Euro nach.
„Der Anstieg der Inflationsrate infolge der Verteuerung der Energiepreise durch den Iran-Krieg verstärkt die Verunsicherung der Verbraucher wieder“, stellt Jan Kurth, Geschäftsführer der Verbände der Deutschen Möbelindustrie, fest. Die Anschaffungsneigung fiel im April laut GfK auf ein Zwei-Jahres-Tief. Das Ifo-Institut meldete eine deutlich verschlechterte Stimmung in der deutschen Möbelindustrie. Fast 30 Prozent der vom Verband befragten Möbelhersteller planen im zweiten Quartal mit Kurzarbeit. Der Anteil liegt damit annähernd so hoch wie im ersten Quartal (33 Prozent).
Die gestiegenen Energiepreise führen zudem zu höheren Kosten in der Möbelproduktion, wie Kurth berichtet. „Unsere Hersteller sehen sich mit Preiserhöhungen bei diversen Vorprodukten, darunter Spanplatten, Metallbeschlägen und Polsterschäumen, sowie Logistikdienstleistungen konfrontiert.“ Damit nehme der Druck auf die Branche, die ohnehin unter der US-Zollpolitik, steigenden Möbelimporten, Konsumzurückhaltung und dem stockenden Wohnungsbau zu leiden habe, noch weiter zu.
Lediglich die Küchenmöbelindustrie verbuchte im Auftaktquartal ein Umsatzplus von 3,6 Prozent auf rund 1,4 Milliarden Euro. Im Segment der sonstigen Möbel (darunter Wohn-, Ess- und Schlafzimmermöbel) und Möbelteile sank der Umsatz um 7,7 Prozent auf 1,15 Milliarden Euro. Die Hersteller von Polstermöbeln mussten eine Einbuße von 9 Prozent auf 221 Millionen Euro hinnehmen. Rückläufig entwickelte sich auch der Umsatz mit Büromöbeln (minus 5 Prozent auf 464 Millionen Euro) und Ladenmöbeln (minus 3,8 Prozent auf 432 Millionen Euro). Das kleinste Segment, die Matratzenindustrie, lag mit einem Umsatz von 110 Millionen Euro um 8 Prozent unter dem Vorjahresniveau.
Die Zahl der Möbelbetriebe (mit 50 und mehr Beschäftigten) schrumpfte im Durchschnitt des Auftaktquartals um 6,5 Prozent auf 374; die Zahl der Beschäftigten sank um 5,2 Prozent auf 65.454. „Die Politik sollte dringend stabilisierende Signale in Richtung der Konsumenten und Unternehmen senden. Deutschland braucht eine Reformagenda, die eine positive Perspektive aufzeigt. Hierzu gehören steuerliche Entlastungen, Bürokratieabbau und – über den Bau-Turbo hinaus – weitere Maßnahmen zur Ankurbelung der Baukonjunktur“, fordert Kurth. Es brauche vor allem günstigere Rahmenbedingungen für private Investitionen in Wohneigentum. „Mit den entsprechenden Impulsen setzt unsere Branche auf eine bessere Nachfrageentwicklung ab dem zweiten Halbjahr”, so der Verbandsgeschäftsführer.
Aktuelles
Möbelindustrie: Umsatz liegt um 3 Prozent unter Vorjahr
Die deutsche Möbelindustrie leidet weiterhin unter dem eingetrübten Konsumklima in Deutschland. Im ersten Quartal dieses Jahres setzte die Branche laut amtlicher Statistik rund 3,8 Milliarden Euro um, ein Minus von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.…
Weiterlesen ›MKT: Mit Know-how und Innovationen auf Erfolgskurs
MKT ist ein bekannter Name in der Kantenwelt. Allerdings dürften die wenigsten wissen, wie breit das thüringische Unternehmen aufgestellt ist und wie weit seine Kompetenzen reichen. Bei einem Besuch in Ohrdruf sprach die HK mit…
Weiterlesen ›Symposium 2026: Borm feiert 50-jähriges Bestehen
Beim Borm-Symposium 2026 feierte Borm jetzt gemeinsam mit 400 Gästen das 50-jährige Bestehen. Seit fünf Jahrzehnten präge das Unternehmen die Digitalisierung vieler Betriebe aktiv mit – praxisnah und mit klarem Branchenfokus, wie es in einer…
Weiterlesen ›André Jaquemod erhält Dr. Dieter Siempelkamp-Stipendium
Die Pro Wood-Stiftung vergibt das Dr. Dieter Siempelkamp-Stipendium an André Jaquemod, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Werkzeugmaschinen (IfW) der Universität Stuttgart bei Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. Hans-Christian Möhring. Mit dem Stipendium fördert die Stiftung…
Weiterlesen ›Aktuelle Ausgaben:

In der HK 2/26 erwarten Sie zwei starke Specials rund um die Messen „Holz-Handwerk“ und „Texprocess“. Lesen Sie in spannenden Fachbeiträgen und praxisnahen Einblicken über Unternehmen, die in die Zukunft investieren, und über Entscheider, die von ihren Produkten überzeugt sind. Zudem informiert Sie das Supplement „Holzbau-Magazin“ über neueste Entwicklungen in punkto Bauen mit Holz.
Die aktuelle HK-Ausgabe und die Supplements sind exklusiv für unsere Print-Abonnenten und deshalb online nicht verfügbar. Ältere Ausgaben finden Sie in der Rubrik E-Magazine.
