Politik im Dialog mit der Möbelindustrie in Ostwestfalen

Die Möbelindustrie in Ostwestfalen intensiviert den Austausch mit der Politik. Bei zwei wichtigen Treffen standen jetzt die wirtschaftliche Bedeutung der Branche, bürokratische Herausforderungen und die dringend notwendige Belebung des Wohnungsneubaus im Fokus. Beim Küchenmöbelhersteller Nolte wurde der neu für den Kreis Herford und Bad Oeynhausen in den Bundestag gewählte Abgeordnete Joachim Ebmeyer (CDU) begrüßt. Die Nolte Küchen-Geschäftsführer Rüdiger Schliekmann und Heiko Maibach, der Geschäftsführer der Nolte Holding International Torben Karasek sowie Jan Kurth, Geschäftsführer der Verbände der deutschen Möbelindustrie, thematisierten vor allem die bürokratischen Hürden, die sich für die Unternehmen zunehmend als Belastung erweisen.

Insbesondere die komplexe Beantragung von Fördermitteln sowie das Lieferkettensorgfaltspflichten-Gesetz stellten hohe Anforderungen an die Betriebe. Jan Kurth lenkte das Augenmerk zudem auf die andauernde Wohnungsbaukrise. „Jährlich fehlen in Deutschland rund 200.000 Wohnungen, die dementsprechend auch nicht eingerichtet werden können“, mahnte er. Dies habe nicht nur wirtschaftliche, sondern auch gesellschaftliche Auswirkungen. Gemeinsam mit weiteren Akteuren aus den Bau-, Möbel- und Einrichtungsbranchen setzt sich der Verband daher für politische Maßnahmen zur Ankurbelung des Wohnungsbaus ein. Ebmeyer würdigte das Engagement der Branche und versprach, die Anliegen mit in seine politische Arbeit zu nehmen.

Auch auf Landesebene suchten Vertreter der Möbelindustrie den Austausch mit der Politik. Wibke Brems, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag NRW, besuchte die Rietberger Möbelwerke, begleitet von Rabea Beckert und Sven Schumacher, Mitgliedern des Rietberger Stadtrates. Im Gespräch mit Geschäftsführer Rudolf Eikenkötter, André Eikenkötter, Jan Kurth und Verbandspräsident Leo Lübke wurde die angespannte Lage der Branche angesprochen, die derzeit vom schwachen Verbrauchervertrauen und dem rückläufigen Wohnungsbau geprägt ist. Die Unternehmensvertreter forderten politische Unterstützung, um wirtschaftliche und sozialpolitische Folgen dieser Entwicklung abzufedern.

Ein weiteres zentrales Anliegen war auch hier der Abbau bürokratischer Hemmnisse, insbesondere im Zusammenhang mit der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR). Zudem wurde kritisiert, dass der Ausbau von Photovoltaikanlagen durch lange Genehmigungszeiten ausgebremst werde. Brems betonte, dass bereits auf Bundes- und Landesebene viele Beschleunigungen und Vereinfachungen im Sinne der Energiewende erreicht wurden und versicherte darüber hinaus, die konkreten Hinweise zu überprüfen. Die Landtagsabgeordnete betonte die große Bedeutung der Möbelbranche für die Region und lobte das unternehmerische

Engagement, das trotz schwieriger Rahmenbedingungen am Standort Deutschland fortgesetzt werde. Sie sicherte zu, als politische Ansprechpartnerin zur Verfügung zu stehen. „Die Gespräche zeigen, dass ein enger Austausch zwischen Wirtschaft und Politik notwendig ist, um die Herausforderungen der Branche zu bewältigen und wirtschaftliche Perspektiven für die Region zu sichern“, sagte Verbandsgeschäftsführer Kurth.

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