Continental: „Surface Solutions“ investiert in neue Druckmaschine

Der Continental-Unternehmensbereich „ContiTech“ hat eine neue Tiefdruckmaschine für Oberflächen für die Möbelindustrie sowie für Bauelemente in Betrieb genommen. Die neue Anlage, die einen mittleren einstelligen Millionenbetrag gekostet hat, steht im Werk in Weißbach, das auf den sogenannten „LivTec“-Bereich spezialisiert ist. Die neue Maschine soll nach ihrem endgültigen Hochlauf mehr als 75.000 Quadratmeter Oberflächenfolie pro Tag drucken. Das entspricht in etwa der Fläche von zehn Fußballfeldern. Sie ersetzt zwei ältere Maschinen die mittelfristig nicht mehr die erforderliche Zuverlässigkeit und Kapazität garantieren können und außer Betrieb gestellt werden. Bedruckte Folien aus Weißbach prägen etwa das Aussehen von Einbauküchen, Haustüren oder Möbeln mit Dekoren etwa in Holz- oder Steinoptik. Die ersten Druckläufe der neuen Maschine produzierten selbstklebende „d-c-fix“-Folien, Oberflächen für Heimwerker, die Möbel durch eigene Arbeit individuell gestalten wollen.
Trotz konjunktureller Herausforderungen erwartet „ContiTech“ langfristig eine steigende Nachfrage nach Oberflächen, insbesondere durch Fenster- und Fassadenbauer. Daher investiert „ContiTech“ in die gesamte Wertschöpfungskette von Oberflächenfertigung. „Die Entwicklung der Nachfrage nach unseren Folien für Fensterrahmen, Türen oder Fassadenelementen ist sehr erfreulich, wir wachsen seit vielen Jahren schneller als der Markt, selbst die jüngste Neubaukrise konnte uns nicht aufhalten“, sagte Rainer Irouschek, Leiter Exterior Living beim „ContiTech“-Geschäftssegment „SSL LivTec“. „Diese sehr robuste Entwicklung hat uns veranlasst, den Weg der Modernisierung und Kapazitätserweiterung konsequent weiterzugehen.“ Sobald die neue Druckmaschine unter Volllast produziert, werden sich die zuständigen Experten der Anschaffung und Einrichtung einer zusätzlichen neuen Schneidmaschine zuwenden. Diese soll im ersten Quartal 2027 in Betrieb genommen werden. Komplettiert wird die Kapazitätserweiterung voraussichtlich im dritten Quartal 2027 mit der Aufstellung einer weiteren Prägemaschine. Bereits 2022 wurde in Weißbach eine neue Kalanderlinie aufgebaut. Ein Folien-Kalander formt eine erwärmte, eingefärbte Kunststoffmasse über mehrere präzise eingestellte, beheizte Walzen zu einer gleichmäßigen Folienbahn.
Das „ContiTech“-Werk in Weißbach, zwischen Heilbronn und Würzburg in Baden-Württemberg gelegen, ist Hauptsitz der Konrad Hornschuch AG (inzwischen Konrad Hornschuch GmbH), die 2017 durch Continental übernommen wurde. Von Weißbach aus werden Oberflächen für so vielfältige Anwendungen wie Möbel für Arztpraxen, für Kreuzfahrtschiffe oder für die Gastronomie sowie für den Fensterbau oder die Fertigung von Türen und Garagentoren weltweit exportiert. Am Standort forschen außerdem Wissenschaftler an neuen Materialien, um die Qualität von Oberflächen aus Kunststoff kontinuierlich zu verbessern und – etwa durch den Einsatz von mehr biobasierten Rohstoffen und verbesserten Recyclingmethoden – nachhaltiger zu machen. In Weißbach beschäftigt der Unternehmensbereich „ContiTech“ etwas mehr als 1.000 Menschen. Insgesamt arbeiten etwa 6.000 Mitarbeiter an 25 Standorten in Deutschland, Brasilien, China, Frankreich, Indien, Italien, Japan, Mexiko, Polen, Singapur, Spanien und den USA für das Geschäftsfeld „Surface Solutions“.
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