Möbelindustrie: Umsatzminus von 4,3 Prozent in ersten neun Monaten

Die deutsche Möbelindustrie hat in den ersten neun Monaten dieses Jahres laut amtlicher Statistik 11,7 Milliarden Euro umgesetzt, ein Minus von 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Inland sank der Umsatz um 5,4 Prozent auf 7,7 Milliarden Euro. Weniger stark rückläufig entwickelte sich der Auslandsumsatz mit einem Minus von 2 Prozent auf knapp 4 Milliarden Euro. Im Monat September verbuchten die hiesigen Möbelhersteller einen leichten Umsatzzuwachs von 0,4 Prozent auf 1,47 Milliarden Euro.

„Die Konsumzurückhaltung, die hohe Sparneigung und der rückläufige Wohnungsbau wirken sich weiterhin negativ auf unsere Branche aus“, sagt Jan Kurth, Geschäftsführer der Verbände der Deutschen Möbelindustrie (VDM/VHK). „Für zusätzlichen Druck sorgt die US-Zollpolitik.“ Sie bremse die deutschen Möbellieferungen in die Vereinigten Staaten aus und führe zudem über Umlenkungseffekte zu deutlich höheren Importen aus China und Vietnam in den deutschen Markt – und damit zu einem verstärkten Preisdruck. Für das vierte Quartal plant ein Viertel der vom Verband befragten Möbelproduzenten Kurzarbeit. Im dritten Quartal hatte der Anteil noch bei 36 Prozent gelegen.

Eine allmähliche Stabilisierung zeichnet sich unterdessen in der deutschen Küchenmöbelindustrie ab. Von Januar bis September dieses Jahres verbuchte die Sparte ein geringes Umsatzminus von 1,4 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Im Segment der sonstigen Möbel (darunter Wohn-, Ess- und Schlafzimmermöbel) kam es zu einem Rückgang von 5,2 Prozent auf rund 3,5 Milliarden Euro. Die Polstermöbelhersteller setzten mit 650 Millionen Euro 8,3 Prozent weniger um als im Vergleichszeitraum. Der Umsatz der Büro- und Ladenmöbelproduzenten gab um 4,8 Prozent auf knapp 3 Milliarden Euro nach. Das Segment Matratzen erlitt ein Minus von fast 16 Prozent auf 317 Millionen Euro. Die Zahl der hiesigen Möbelproduzenten (mit 50 und mehr Beschäftigten) belief sich in den ersten drei Quartalen auf 399 Betriebe (minus 4 Prozent); die Zahl der Beschäftigten gab um 4 Prozent auf 68.581 nach.

„Unsere Branche ist dringend auf eine verbesserte Konsumstimmung sowie auf eine schnelle Belebung des Wohnungsbaus und den Abbau bürokratischer Hemmnisse angewiesen“, stellt Kurth fest. Auch das zum Jahresende drohende Inkrafttreten der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) sei noch nicht vom Tisch. „Hier begrüßen wir den jetzt vorliegenden Kompromissvorschlag der Bundesregierung, für den allerdings erst noch eine Einigung auf europäischer Ebene hergestellt werden muss. Die gesamte Wertschöpfungskette Holz und Möbel braucht dringend eine weitere Verschiebung für alle Marktteilnehmer bis Ende 2026 und spürbare Vereinfachungen.“

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