Munksjö

Das volle Potenzial noch besser ausschöpfen

Es waren gleich zwei Nachrichten, die in den letzten Wochen für Aufmerksamkeit in der Branche sorgten. Zum einen firmiert Ahlstrom-Munksjö seit Anfang Oktober unter dem Namen Ahlstrom. Gleichzeitig hat der finnische Papierspezialist sein Dekorpapiergeschäft umstrukturiert, das künftig unter der bekannten Marke Munksjö als eigenständiges Unternehmen fortgeführt wird. Tomas Wulkan, President und CEO von Munksjö, erklärt im Gespräch mit der HK, was dahinter steckt und welche Chancen sich daraus ergeben.

Herr Wulkan, Ahlstrom-Munksjö tritt seit 3. Oktober unter dem neuen Firmennamen Ahlstrom auf. Parallel dazu gab es bei Munksjö eine Neuordnung der Eigentumsverhältnisse. Was sind die Gründe für diesen Schritt und was wollen Sie damit erreichen?
Ahlstrom-Munksjö hat damit die Umstrukturierung der Eigentumsverhältnisse seines Dekorpapiergeschäfts abgeschlossen. Es wird seither als eigenständiges Unternehmen unter dem bereits bekannten Namen Munksjö fortgeführt. Gleichzeitig hat Ahlstrom-Munksjö die Änderung seines Firmennamens in Ahlstrom bekanntgegeben. Als getrennte Unternehmen werden Management und Vorstand Ahlstrom und Munksjö dabei unterstützen, weiteres nachhaltiges Wachstum und Rentabilität durch eine fokussiertere und ambitioniertere Agenda auf globaler Basis zu erreichen. Beide Unternehmen bieten charakteristische Merkmale, von denen wir erwarten, dass sie Investoren anziehen, Zugang zu neuem Kapital ermöglichen und eine Wertsteigerung bringen. Als eigenständiges Unternehmen wird Munksjö sein Wachstum beschleunigen und seine Wettbewerbsfähigkeit und globale Innovationsführerschaft stärken. Außerdem ist Munksjö nun der erste internationale Hersteller, der sich ausschließlich auf Dekorpapier spezialisiert hat.

Gibt es einen Zusammenhang mit den jüngsten Übernahmen der Unternehmen in Brasilien und China?
Ahlstrom-Munksjö hat das Dekorpapiergeschäft im Laufe der Jahre aktiv entwickelt. Zunächst wurde durch die Übernahme der Spezialpapierfabrik Caieiras in Brasilien eine starke Wachstumsplattform in Südamerika aufgebaut. Vor kurzem ist das Unternehmen durch ein Joint Venture mit dem Dekorpapierhersteller Minglian New Materials Technology in Xingtai, Provinz Hebei, in den chinesischen Markt eingetreten – den größten und am schnellsten wachsenden Dekorpapiermarkt. Durch diese strategischen Akquisitionen hat sich das Dekorpapiergeschäft, jetzt Munksjö, gut positioniert, um seine Kunden weltweit in allen wichtigen Dekorpapiermärkten zu bedienen. Munksjö ist seit Jahrzehnten eine führende Dekorpapiermarke, die für herausragende Qualität, ihren Service und Innovationsfähigkeit bekannt ist.

Ahlström Capital BV und Nidoco AB sind nun die neuen Mehrheitseigentümer, die 75 Prozent von Munksjö halten. Die Ahlstrom-Munksjö Holding verbleibt mit einem Minderheitsanteil. Welche Vorteile hat die neue Struktur aus Ihrer Sicht?
Die Übernahme des Dekorpapiergeschäfts von Ahlstrom-Munksjö ist eine langfristige Schlüsselinvestition im Fokusbereich Forest & Fiber von Ahlström Capital. Dadurch sehen unsere neuen Eigentümer gute Wertschöpfungsmöglichkeiten. Das neu gegründete Unternehmen Munksjö ist ein führender Global Player in der Dekorindustrie mit einem breiten Produktportfolio. Es ist bereits seit mehr als 25 Jahren unter der Marke Munksjö tätig. Die Marke ist in der gesamten Dekorbranche für hervorragende Qualität und Service bekannt.

Wird Munksjö die Dekorindustrie weiterhin über die sechs vorhandenen Produktionsstätten bedienen?
Ja, wir werden die Dekorindustrie weiterhin über unsere globale Produktionsplattform mit elf Papiermaschinen und einer Papierproduktionskapazität von 250.000 t bedienen, verteilt auf unsere sechs Produktionsstätten – Dettingen und Unterkochen in Deutschland, Tolosa in Spanien, Arches in Frankreich, Caieiras in Brasilien und das Joint Venture in Xingtai, China – unterstützt vom F&E-Zentrum in Apprieu, Frankreich.

Bleiben die Produktionsschwerpunkte von Munksjö in Unterkochen und Dettingen unverändert?
Ja. In Dettingen befindet sich der Hightech-Standort für unsere Vorimprägnatpapiere. Dort verfügen wir über ausreichende Kapazitäten, um die wachsenden Marktanforderungen zu bedienen. Das Werk in Unterkochen gilt als Kompetenzzentrum für Druckbasispapiere, einschließlich solcher für Oberflächen mit Synchronpore. Das Werk in Tolosa sowie die beiden Dekorpapiermaschinen in Arches sind spezialisiert auf farbige – auch intensivfarbige – Dekorpapiere. Von den Standorten in Caieiras und dem Joint Venture in Xingtai aus werden jeweils die regionalen Märkte bedient.

Das vollständige Interview lesen Sie in der HK 6/22

Weitere Premium-Artikel

Aktuelle Ausgaben:

HK 3/26 + Türen-Magazin 2026

In der HK 3/26 erwartet Sie ein großes Italien-Special: HK-Chefredakteur Markus Schmalz ist über den Brenner gereist und hat neben dem zu Egger gehörenden Holzwerkstoffhersteller SAIB den Beschlaghersteller FGV besucht, der 2024 von der Hettich-Gruppe übernommen wurde. Weiterer Schwerpunkt der Ausgabe ist die Möbelkante. Das Supplement „Türen-Magazin“ beleuchtet zudem neueste Entwicklungen aus der Branche.

Die aktuelle HK-Ausgabe und die Supplements sind exklusiv für unsere Print-Abonnenten und deshalb online nicht verfügbar. Ältere Ausgaben finden Sie in der Rubrik E-Magazine.

ANZEIGE

Advertisement
  • Preiseinstieg trifft auf Premium

    Wo steht der italienische Beschlaghersteller FGV zwei Jahre nach der Übernahme durch Hettich? Das weiß keiner besser als Uwe Kreidel. Seit 2024 führt der gebürtige Bielefelder das Unternehmen als CEO. Die HK besuchte Kreidel am FGV-Sitz in Veduggio und erfuhr, was sich seit der Integration in die Hettich-Gruppe alles getan hat. Dabei wurde deutlich, wie…

    Weiterlesen ›

  • Feuer und Flamme für Kanten

    Laser, Heißluft, Infrarot – das sind die gängigen Verfahren, mit denen heute Nullfugen-Kanten verarbeitet werden. Die Paul Ott GmbH bringt jetzt eine neue Technologie auf den Markt, die mit Wasserstoff arbeitet und den unsichtbaren Übergang zwischen Plattenoberfläche und Kantenband mit einer Flamme erzeugt. Die HK besuchte den Maschinenhersteller in Österreich, um mehr über die viel…

    Weiterlesen ›

  • Neue Maßstäbe in Sachen Recycling

    Als SAIB 2022 Teil der Egger-Gruppe wurde, lagen die Synergien auf der Hand. Während der italienische Holzwerkstoffhersteller Zugang zum internationalen Egger-Netzwerk erhielt, baute das österreichische Unternehmen seine Marktposition südlich der Alpen aus. Doch hinter der Akquisition steckt wesentlich mehr. Bei einem Besuch des ehemaligen SAIB-Werks (heute: Egger Italia) in Caorso konnte sich die HK selbst…

    Weiterlesen ›